Zum Mittagessen gibt es eine kleine Meat Pie, das ist Fleisch in Blätterteig und typisch für Australien und Neuseeland, da mein Brotrest verschwunden ist. Nachmittags lauf ich dann wieder runter zum Hafen, da sich das Wetter gebessert hat und endlich mal die Sonne durchkommt. Zum Fotos machen ists dann aber doch nicht so schön und deshalb bin ich auch bald wieder ohne Foto zurück um abends zum Sonnenuntergang wieder zu kommen. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Ganz kreativ! Ich muss allerdings relativ lange warten, bis mal Töpfe und etwas Platz in der Küche frei waren. Kurz nachdem meine Nudeln fertig sind kommt jemand von der Gruppe, die davor gekocht hat rein und fragt, ob ich was von ihren Spagehtti Bolognese haben möchte, da sie viel zu viel über haben. Die hätten ja auch mal zehn Minuten früher kommen können, dann hätte ich mir das Kochen ganz sparen können :D. Den Sonnenuntergang hätte ich dann auch fast verpasst, da ich ja so lange warten musste. Also schnell zum Zelt die Kamera holen und dann ab nach Milford. Bis dahin sind es ja auch nochmal 20 Minuten. Auf dem zum Flussdelta runter, von wo aus man gut Fotos machen kann, lauf ich an einem anderen Fotografen, der gleich mit zwei Kameras und voll ausgestattet auf der Suche nach einem guten Ort ist. Wir unterhalten uns später etwas. Er ist aus Österreich und gerade erst angekommen und da ich mit eiligen Schritten zielstrebig an ihm vorbeigelaufen bin ist er mir einfach mal hinterhergerannt :D.
Als es dunkel wird mach ich mich auf den Weg zurück zum Campingplatz, werde nochmal von einem älteren Pärchen angesprochen – mit Stativ fällt man halt doch irgendwie auf – und unterhalte mich mit ihnen noch ein bisschen. Ich überlege, ob ich nachts nochmal Fotos machen soll und entscheide mich dann einfach etwas früher aufzustehen. Da um neun Uhr die erste Bootstour ist und ich ja noch abbauen und packen muss, stell ich den Wecker auf sechs Uhr. Um kurz nach zehn geh ich dann ins Bett. Das sollte ja reichen!
Mitten in der Nacht wache ich dann wieder, wie in der Nacht davor, durch ein lautes Rascheln auf. In der Nacht davor dachte ich, dass irgendein Vogel vorm Zelt Lärm macht und hab dann weitergeschlafen. Dieses Mal schau ich nach, mach meine Taschenlampe an und öffne das Innenzelt. Da hockt doch tatsächlich ein Opossum im Außenzelt und macht sich an meine Kekse ran! Es stört sich auch nicht daran, dass ich es verwirrt anschau und mit meiner Taschenlampe anleuchte, sondern klaut sich seelenruhig einen Keks aus der Tüte. Ich bleib ganz ruhig, da ich ein Beweisfoto machen wollte. Dummerweise ist das falsche Objektiv drauf und bis ich das im Halbschlaf gewechselt habe verschwindet der kleine Dieb auch schon wieder nach draußen. Ich hör in allerdings beim Keks futtern, also Außenzelt aufgemacht, in einer Hand die Taschenlampe in der anderen die Kamera und versucht ein einigermaßen scharfes Bild hinzubekommen. Dann nochmal schnell Objektiv gewechselt, da er wieder etwas abhaut und dort weiter knabbert. Jetzt weiß ich auch wohin mein Brot gestern verschwunden ist. Und ich dachte, ich hätte es irgendwo in der Küche liegen lassen.
Danach schlaf ich weiter bis um Sechs der Wecker klingelt. Ich hab allerdings gar keine Lust aufzustehen und schlaf bis halb Acht weiter. Pack dann schnell mein Zeug zusammen, bau das Zelt ab, richte mein Stativ mit Kamera. Nochmal schnell Zähne putzen und den Rucksack in der Lodge abstellen, danach geht es dann auch schnell runter zum Hafen, da es schon halb Neun ist. Um fünf vor Neun komm ich dann unten an, zahl mein Ticket und geh direkt an Board. Das Frühstück ist inklusive, also erstmal da drauf gestürtzt, schließlich will ich ja Fotos machen und das Fjord sehen und nicht die ganze Zeit frühstücken. Das Boot ist nicht wirklich voll, da die ganzen Touribusse erst gegen Mittag ankommen. Gut für mich! Ich hab jede Menge Platz um mein Stativ auf dem oberen Aussichtsdeck auszubreiten. Die Landschaft ist wunderschön. Am Wasserrand geht es steil die Berge hoch, die uns komplett einschließen. Wir fahren bis zur Meeresgrenze raus und drehen dann um. Kurz vorm Ende geht meiner Kamera dann der Saft aus. Naja, ich hab genug Fotos. Nicht ganz so schlimm. Die Tour dauert ein Stunde und 45 Minuten. Danach geh ich zur Lodge zurück, nutz nochmal schnell das WLAN und wieder zurück in den Ort, da ich mir hier die Chancen zum Trampen höher vorstell. Auf dem Weg nach unten kommen mir sieben Autos entgegen. Als ich dann unten ankomme erstmal nichts mehr. Dennoch werd ich nach gerade mal 30 Minuten von drei Österreichern mitgenommen. Te Anau ich komme!
Es geht also wieder die Milford Road hoch. Bis nach Te Anau sind es 120 Kilometer. Dazwischen liegt nichts. Die Straße ist sehr kurvig. Schnell fahren kann man hier nicht. Nach kurzer Zeit geht es wieder durch den Homer Tunnel, dem wahrscheinlich einzigen Tunnel in ganz Neuseeland. Ein Pass über die Straße wäre hier aber wahrscheinlich auch unmöglich, viel zu steil. Bis 1991 war der einzige Weg Milford zu erreichen der viertägige Fußmarsch über den Milford Track. Und wenn wir gerade schon bei den Fakten sind: Obwohl es hier kaum etwas gibt, hat Milford den zweitfrequentiertesten Flughafen in Neuseeland mit über 160 Starts und Ladungen pro Tag. Natürlich alles Kleinflugzeuge.
Ich genieß während der Fahrt noch etwas die Aussicht auf die Berge und werden dann von den Dreien nach zwei Stunden in Te Anau abgesetzt. Sie müssen nur Tanken und fahren weiter nach Queenstown. Auf den ersten Blick fällt auf: Das ist mal wieder ein größeres Örtchen. Nach vier Nächten in der Pampa Neuseelands. Ich mach mich auf zum Infopunkt und such danach meinen zeltralen Campingplatz.






































































































