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04 – Milford

Zum Mittagessen gibt es eine kleine Meat Pie, das ist Fleisch in Blätterteig und typisch für Australien und Neuseeland, da mein Brotrest verschwunden ist. Nachmittags lauf ich dann wieder runter zum Hafen, da sich das Wetter gebessert hat und endlich mal die Sonne durchkommt. Zum Fotos machen ists dann aber doch nicht so schön und deshalb bin ich auch bald wieder ohne Foto zurück um abends zum Sonnenuntergang wieder zu kommen. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Ganz kreativ! Ich muss allerdings relativ lange warten, bis mal Töpfe und etwas Platz in der Küche frei waren. Kurz nachdem meine Nudeln fertig sind kommt jemand von der Gruppe, die davor gekocht hat rein und fragt, ob ich was von ihren Spagehtti Bolognese haben möchte, da sie viel zu viel über haben. Die hätten ja auch mal zehn Minuten früher kommen können, dann hätte ich mir das Kochen ganz sparen können :D. Den Sonnenuntergang hätte ich dann auch fast verpasst, da ich ja so lange warten musste. Also schnell zum Zelt die Kamera holen und dann ab nach Milford. Bis dahin sind es ja auch nochmal 20 Minuten. Auf dem zum Flussdelta runter, von wo aus man gut Fotos machen kann, lauf ich an einem anderen Fotografen, der gleich mit zwei Kameras und voll ausgestattet auf der Suche nach einem guten Ort ist. Wir unterhalten uns später etwas. Er ist aus Österreich und gerade erst angekommen und da ich mit eiligen Schritten zielstrebig an ihm vorbeigelaufen bin ist er mir einfach mal hinterhergerannt :D.

Als es dunkel wird mach ich mich auf den Weg zurück zum Campingplatz, werde nochmal von einem älteren Pärchen angesprochen – mit Stativ fällt man halt doch irgendwie auf – und unterhalte mich mit ihnen noch ein bisschen. Ich überlege, ob ich nachts nochmal Fotos machen soll und entscheide mich dann einfach etwas früher aufzustehen. Da um neun Uhr die erste Bootstour ist und ich ja noch abbauen und packen muss, stell ich den Wecker auf sechs Uhr. Um kurz nach zehn geh ich dann ins Bett. Das sollte ja reichen!

Mitten in der Nacht wache ich dann wieder, wie in der Nacht davor, durch ein lautes Rascheln auf. In der Nacht davor dachte ich, dass irgendein Vogel vorm Zelt Lärm macht und hab dann weitergeschlafen. Dieses Mal schau ich nach, mach meine Taschenlampe an und öffne das Innenzelt. Da hockt doch tatsächlich ein Opossum im Außenzelt und macht sich an meine Kekse ran! Es stört sich auch nicht daran, dass ich es verwirrt anschau und mit meiner Taschenlampe anleuchte, sondern klaut sich seelenruhig einen Keks aus der Tüte. Ich bleib ganz ruhig, da ich ein Beweisfoto machen wollte. Dummerweise ist das falsche Objektiv drauf und bis ich das im Halbschlaf gewechselt habe verschwindet der kleine Dieb auch schon wieder nach draußen. Ich hör in allerdings beim Keks futtern, also Außenzelt aufgemacht, in einer Hand die Taschenlampe in der anderen die Kamera und versucht ein einigermaßen scharfes Bild hinzubekommen. Dann nochmal schnell Objektiv gewechselt, da er wieder etwas abhaut und dort weiter knabbert. Jetzt weiß ich auch wohin mein Brot gestern verschwunden ist. Und ich dachte, ich hätte es irgendwo in der Küche liegen lassen.

Danach schlaf ich weiter bis um Sechs der Wecker klingelt. Ich hab allerdings gar keine Lust aufzustehen und schlaf bis halb Acht weiter. Pack dann schnell mein Zeug zusammen, bau das Zelt ab, richte mein Stativ mit Kamera. Nochmal schnell Zähne putzen und den Rucksack in der Lodge abstellen, danach geht es dann auch schnell runter zum Hafen, da es schon halb Neun ist. Um fünf vor Neun komm ich dann unten an, zahl mein Ticket und geh direkt an Board. Das Frühstück ist inklusive, also erstmal da drauf gestürtzt, schließlich will ich ja Fotos machen und das Fjord sehen und nicht die ganze Zeit frühstücken. Das Boot ist nicht wirklich voll, da die ganzen Touribusse erst gegen Mittag ankommen. Gut für mich! Ich hab jede Menge Platz um mein Stativ auf dem oberen Aussichtsdeck auszubreiten. Die Landschaft ist wunderschön. Am Wasserrand geht es steil die Berge hoch, die uns komplett einschließen. Wir fahren bis zur Meeresgrenze raus und drehen dann um. Kurz vorm Ende geht meiner Kamera dann der Saft aus. Naja, ich hab genug Fotos. Nicht ganz so schlimm. Die Tour dauert ein Stunde und 45 Minuten. Danach geh ich zur Lodge zurück, nutz nochmal schnell das WLAN und wieder zurück in den Ort, da ich mir hier die Chancen zum Trampen höher vorstell. Auf dem Weg nach unten kommen mir sieben Autos entgegen. Als ich dann unten ankomme erstmal nichts mehr. Dennoch werd ich nach gerade mal 30 Minuten von drei Österreichern mitgenommen. Te Anau ich komme!

Es geht also wieder die Milford Road hoch. Bis nach Te Anau sind es 120 Kilometer. Dazwischen liegt nichts. Die Straße ist sehr kurvig. Schnell fahren kann man hier nicht. Nach kurzer Zeit geht es wieder durch den Homer Tunnel, dem wahrscheinlich einzigen Tunnel in ganz Neuseeland. Ein Pass über die Straße wäre hier aber wahrscheinlich auch unmöglich, viel zu steil. Bis 1991 war der einzige Weg Milford zu erreichen der viertägige Fußmarsch über den Milford Track. Und wenn wir gerade schon bei den Fakten sind: Obwohl es hier kaum etwas gibt, hat Milford den zweitfrequentiertesten Flughafen in Neuseeland mit über 160 Starts und Ladungen pro Tag. Natürlich alles Kleinflugzeuge.

Ich genieß während der Fahrt noch etwas die Aussicht auf die Berge und werden dann von den Dreien nach zwei Stunden in Te Anau abgesetzt. Sie müssen nur Tanken und fahren weiter nach Queenstown. Auf den ersten Blick fällt auf: Das ist mal wieder ein größeres Örtchen. Nach vier Nächten in der Pampa Neuseelands. Ich mach mich auf zum Infopunkt und such danach meinen zeltralen Campingplatz.

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03 – Bericht Caples – Milford

Donnerstagmorgen geht es dann also zum Caples Track. Davor aber erstmal Zelt zusammenpackenn, von den Mädels verabschieden und eine Mitfahrgelegenheit finden. Der Caples Track liegt nämlich auf der anderen Seite des Sees und dazu muss ich erstmal im Norden außenrum, was ca. 80 km sind. Ich warte nicht lange am Ortsausgang von Queenstown mitnehmen. Zwei Isrealis, die in der Nähe von Glenorchy eine Wandertour machen wollen. Ich komm also schonmal bis Glenorchy. Dort stell ich mich dann an die Abzweigung zu den Tracks. Wenige Minuten später kommt ein Mädchen aus Belgien dazu, das zum Routeburn Track möchte, der etwas nördlicher liegt. Wir warten also zusammen auf eine Mitfahrgelegenheit. Und obwohl hier nur noch wenige Autos durchfahren müssen wir auch hier nicht so lange warten bis wir beide mitgenommen werden. Nach etwas weniger als 20 km geht es dann ab zum Routeburn, mein Caples Track liegt aber weiter im Süden, also muss ich hier wieder raus. Hier warte ich dann. Ein Auto kommt vorbei, ist aber leider schon voll. Irgendwann hab ich keine Lust mehr zu warten. Da hier wirklich nichts mehr vorbeikommt und entschließe mich weiter zu laufen. Der Track ist aber noch ein gutes Stück entfernt, also könnte ich frühstens morgen starten. Die geteerte Straße hört hier auf. Es folgt eine Schotterstraße runter nach Kinloch (ca. 10 km). Kurz nachdem ich losgelaufen bin, hör ich ein Auto hinter mir. Ich versuch mein Glück und es hält tatsächlich an. Die Beiden wollen auch zum Caples Track. Sie haben zwar nur zwei Sitzplätze, ich darf aber hinten auf die Ladefläche hüpfen.

Als ich dann beim Caples Track ankomme ist es schon etwas spät. Halb zwei und ich hab noch über 15 km vor mir. Anfang nehm ich mir noch etwas Zeit um ein paar Fotos zu machen, ich pack die Kamera dann aber auch bald Weg, da ich ja noch voran kommen will. Am Anfang des Tracks waren die Zeichen erklärt. Orange markiert den Track, blau einen Trap Track (also wohl zu irgendeiner Falle). Da ich aber auf dem ersten Kilometer nur blaue Zeichen sehe werde ich unsicher, setz meinen Rucksack ab und lauf alles nochmal zurück um sicher zu gehen, dass ich keine Abzweigung verpasst habe. Das war natürlich umsonst, denn ich war auf dem richtigen Weg. Es ging also weiter. Meist durch den Wald immer ein paar Meter hoch, dann wieder runter, ab und zu auch über die Weidefläche. Ich Tollpatsch stolper anfangs bestimmt alle zehn Meter. Meistens kann ich mich fangen, manchmal zieht mich aber auch der Rucksack zu Boden. Der Pfad hält sich immer schön an den Fluss, der den Berg runterkommt. Nach drei Stunden komme ich bei der Unteren Caples Hütte an. Hier mache ich dann kurz Pause, zieh meine Schuhe kurz aus, esse etwas Brot und fülle mein Wasser auf. Lange pausieren kann ich aber nicht. Da schon fünf Uhr war und die Wegzeit zur oberen Hütte mit zweieinhalb Stunden angegeben war. Es geht also weiter. Anfangs wieder über offene Fläche, den Rest dann durch den Wald. Immer wieder geht der wurzelige und felsige Wanderweg mal steil bergauf, dann wieder runter. Manchmal muss ich kleine Bäche durchqueren. Auf dem ganzen Weg kamen mir fünf Personen entgegen, alle auf dem Weg zur Unteren Hütte. Ich bin froh, als ich nach zweineinhalb weiteren Stunden bei der Oberen Hütte ankomme. Nur eine einzige Person übernachtet dort. Ein Franzose, der gerade vom Routeburn kam und jetzt den Caples auf dem Rückweg macht. Er hat eigentlich schon mit niemandem mehr gerechnet, da es schon spät ist. Er erklärt mich kurz, dass es kein fließendes Wasser mehr gibt und er deshalb ein bisschen was aus dem Fluss geholt hat. Wir unterhalten uns etwas und nach einer kleinen Pause mach ich mir dann Spaghetti und geh direkt danach kaputt ins Bett.

Geschlafen habe ich schon besser. Dafür lange genug. Von neun bis um halb acht. Kurz nachdem ich aufstehe macht sich der Franzose schon wieder auf den Weg, da er unten um zwölf vom Bus abgeholt wird. Ich esse etwas Brot zum Frühstück und mache mich dann auch gegen acht auf den Weg. Diesmal ist der Weg steiler. Es geht zum Mc Kellar Saddle hoch, der auf 950 Metern liegt. Also ca. 500 Höhenmeter für mich heute (plus das Hoch-Und-Runter des Weges). Kurz nach dem Start höre ich es zweimal laut Poltern. Ich hoffe doch mal, dass kein Gewitter aufzieht. Am Morgen sah es auf jeden Fall nicht danach aus. Auf dem Weg kommt mir ein Ranger des DOC entegegen, der sich um das Wasserproblem auf der Hütte kümmern will. Außerdem treffe ich auf drei Arbeiter, die einen neuen Weg bauen, da er alte nicht mehr begehbar war. Da kam auch das Poltern her, da sie felsen aus dem Weg sprengen mussten. Auf dem steilen Weg nach oben muss ich immer wieder anhalten. Jeder Meter mit meinem schweren Gepäck ist eine Qual. Ich bin froh, als ich nach einiger Zeit Licht am Ende des Waldes sah. Danach noch etwas über eine offene Fläche und ich war am Mc Kellar Saddle. Endlich! Meine Fersen beschweren sich schon seit einiger Zeit und jetzt geht es nur noch runter. Dafür allerdings recht steil, wie mir der Franzose schon mitteilte, was dann ziemlich in die Knie und immernoch auf die Füße geht. Zumal liegt recht viel großer Schotter auf dem Weg, was das Laufen erschwert. Auf dem Weg nahc unten kommt mir nur eine Person entgegen. Ich bin sehr erleichtert, als ich endlich unten war, hatte aber wohl vergessen, dass das noch nicht das Ende war. Schließlich muss ich von hier noch zum Parkplatz kommen. Ich komm an eine Abzweigung. Links Mc Kellar Hut, rechts Howden Hut. Ich muss zu “The Divide”. Das ist allerdings nicht angeschrieben, aber ich meine mich zu entsinnen, dass es in Richtung der Howden Hut ist. Bis dorthin vergeht eine weitere Stunde und ich bin froh, als ich ankomme um nochmal kurz Pause zumachen. Die Howden Hut ist Teil des Routeburn Track, den man im Voraus buchen muss, da er so beliebt ist (wie auch den Milford und den Kepler Track). Dementsprechend ist hier einiges los. Ich bin irgendwie schon froh, dass ich den Caples Track gemacht habe, da das wohl bisher der einzige Ort in Neuseeland war, an dem ich keinen Deutschen getroffen habe. Von der Howden Hut ist es dann noch eine weitere Stunden bis zu “The Divide”. Es geht erst eine Viertelstunde bergauf und dann wieder runter. Hier kommen mir jede Menge Menschen entgegen, die entweder auf dem Weg zum Routeburn Track sind oder einen kleinen Ausflug zum Key Summit Gipfel machen.

Unten angekommen bin ich erleichtert und zieh mir erstmal andere Schuhe an. Dann mach ich mich sofort auf die Suche nach einer geeigneten Stelle zum Trampen. Viel Auswahl gibts hier allerdings nicht, da sich die Straße durch die Berge windet. Ich bleibe also direkt in der Nähe des Parkplatzes, da gegenüber noch ein bisschen Platz zum Anhalten ist. Ich bin spät dran. Es ist Nachmittag und es kommen nicht mehr so viele Autos die Straße hoch. Die meistens sind schon wieder auf dem Heimweg. Dennoch finde ich nach einer Stunde eine Mitfahrgelegenheit. Eine Tschechin hält mitten auf der Straße an und nimmt mich mit. Bis nach Milford sind es noch 36 km, dennoch brauchen wir lange, da die Straße sehr kurvig ist und ihr Camper nicht gerade viel Power unter der Haube hat. Nach der Hälfte des Weges geht es dann durch den Homer Tunnel, der erste Tunnel, den ich in Neuseeland bisher gesehen habe. Milford ist von hohen Bergen eingeschlossen und bis 1991 war es nur Möglich über den Milford Track oder den Seeweg nach Milford zu kommen. Als wir dann in Milford ankommen, bin ich erstmal enttäuscht. Ich hatte ein kleines Örtchen erwartet, wie ich sie von der Westküste kannte. Aber hier gab es wirklich NICHTS. Ein reiner Touristenort. Eine Restaurant-Cafe-Bar, einen kleinen Flughafen, einen Hafen und zwei Lodges. Eine Lodge sieht etwas teurer aus, also entscheide ich mich wieder 20 Minuten die Straße hochzulaufen um zur anderen zu kommen, die auch Zeltplätze anbietet. Im ersten Moment wollte ich hier am liebsten sofort wieder Weg. Nachdem mein Zelt steht entspann ich mich etwas, dusche erstmal, mach mir eine Suppe und lauf wieder rein nach Milford um mich etwas umzuschauen. Das Wetter ist aber nicht gut. Eine graue Pampe, weswegen ich auch keine Fotos mache. Ich erkundige mich über die Bootstouren. Es ist anscheinend klein Problem morgens auch kurzfristig noch einen Platz zu bekommen, da die ganzen Touribusse erst gegen Mittag ankommen, also warte ich das Wetter am nächsten Tag ab.

Da das Wetter sich nicht geändert hat, entscheide ich mich gegen die Bootstour und noch einen Tag abzuwarten. Es fängt an zu regnen. Ich entscheide mich rauszugehen um vielleicht ein paar Fotos zu machen. Der Regen bleibt nicht lange, was eigentlich schon fast schade ist, da sich Milford bei Regen in ein Paradies aus Wasserfällen verwandelt. Nach einer kleinen Tour geh ich zurück zur Lodge und wasch erstmal meine Wäsche. Das Zelt dient hier nämlich nur als Schlafplatz, ansonsten kann ich alle Einrichtungen nutzen: Küche, Aufenthaltsraum, Waschküche. Praktisch ist hier der Trockenraum, in dem es warm und trocken ist, damit die Wäsche schneller trocknet. Bis zum Abend werde ich vielleicht noch ein paar Fotos bearbeiten und mir noch Etwas zum Abendessen machen, in der Hoffnung, dass morgen besseres Wetter ist und ich auf meine Bootstour kann, damit ich danach auch wieder Richtung Süden aufbrechen kann.

Bilder folgen, wenn ich wieder gescheites WLAN habe, da ich mir hier nur einen 10 MB Zugang gekauft habe.

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02 – Bericht Queenstown

Der nächste Tag beginnt wieder um 8 Uhr. Ich frühstücke mit Daniel, der danach weiter Richtung Dunedin fährt, da er sich Queenstown zu touristisch vorstellt. Die Mädels schlafen noch. Ich nutze die Zeit also und räum schonmal auf und packe mein Zelt zusammen. Um 10 Uhr geht es dann Richtung Queenstown weiter. Dort nehmen wir uns einen Zeltplatz für 3 Nächte. Nachdem wir etwas Zeit in der Sonne auf dem Campingplatz verbracht haben gehen wir zusammen in die Stadt. Unsere Wege trennen sich aber auch bald wieder, da die Zwei nur zum Bungy-Laden und danach direkt an den Strand wollen. Ich entschließe mich dazu mir Queenstown etwas genauer anzuschauen. Jede Menge Läden gibt es hier. Mc Donalds, KFC, Starbucks, gefühlte Tausend Touristenläden, die Bungyjumping, Skydiving oder irgendwelche Touren anbieten, kleine Ramschläden, die Postkarten und Souvenirs verkaufen, einige Modeläden und Unmengen an Bars und Restaurants. Und das alles bei einer Größe von gerade einmal 18 000 Einwohnern. Hier lebt alles vom Tourismus. Queenstown ist bekannt als DIE Action- und Nightlifestadt. Am Abend hol ich meine Kamera um ein paar Fotos vom Sonnenuntergang zu machen. Als ich um 21 Uhr zurückkomme sind die Mädels schon wieder unterwegs. Ich laufe nochmal durch die Stadt, aber da ich keinen Club, sondern nur Bars finde, entschließe ich mich dazu ins Bett zu gehen.

Am nächsten Morgen gehts wieder früh raus. Nach dem Frühstück leihe ich mir ein Fahrrad aus um etwas um den See zu fahren. Für Downhiller haben sie hier einen Bikepark auf dem Berg und eine Gondel, die hoch fährt. Als ich erwähn, dass ich vielleicht mal hochfahren, wollen sie mir beim Fahrradverleih undbedingt ein Fully aufschwätzen. Ich bleib allerdings beim Hardtail und entscheide mich etwas am See entlang zu fahren. Bis zum ersten Track muss ich allerdings auf die Straße. Nicht so gemütlich wie in Wanaka. Dann geht es eine Viertelstunde den Wanderweg entlang und danach wieder auf die Straße. Eigentlich wollte ich eine Tour um einen anderen, kleineren See machen, aber ich hab keine Lust mehr auf die Straße, also biege ich zum 7-Mile-Bikepark ab. Ich schau mir kurz die Karte an und entschließe mich mal nur den einfachen Uphill-Weg abzufahren um dann auf der anderen Seite wieder zu Straße zurückzukehren. Leider biege ich irgendwo falsch ab und lande anscheinend auf einem der schwereren Downhilltracks. Bergaufwärts fahren ist hier unmöglich und so schiebe ich recht viel, verfluche den Bikepark und die schlechte Ausschilderung. Irgendwann komm ich wieder zu einem kleinen Treffpunkt an dem auch wieder eine Karte stand und so finde ich auch wieder aus dem Park raus. Auf der anderen Seite geht es dann weiter zu Bobs Cove. Auch hier finde ich den Weg nicht sofort, da der Eingang hinter einem Campingplatz liegt, aber mir wurde dann weiter geholfen 😀 Dort fahr ich dann einen netten Track, muss dennoch ein paar Mal absteigen, da es unmöglich ist die Felsblöcke oder die hohe Stufe zu einer Brücke hochzukommen. Dennoch hab ich hier mehr Spaß, treff sogar einen anderen Biker. Auf der Straße gehts dann wieder zurück zum Bikepark. Ich entschließe mich nochmal durchzufahren und les mir nochmal die Infotafel am Eingang genau durch. Ich finde diesmal problemlos meinen Weg, da ich das System jetzt verstanden habe und fahre auch einen der Downhilltracks. Soviel zur schlechten Beschilderung! 😀 Ich fahr danach zurück nach Queenstown, gib mein Fahrrad zurück und lauf mal wieder etwas durch den Ort und am Supermarkt vorbei. Ich nutze die Zeit und geh mal wieder zum Friseur. Das war auch mal wieder dringend nötig! Am Abend geh ich mit den Mädels dann noch einen Kaffee trinken, die danach aber auch ins Bett gehen, da sie morgen eine Tagestour nach Milford machen und immer noch kaputt von der Nacht waren. Ich also wieder allein, entschließe mich heute doch mal einen Blick in die “World Bar” zu werfen und bleibe dann dort, da es dort immerhin eine kleine Tanzfläche und Musik vom DJ gibt. Dort verbringe ich dann den Abend, lern ein paar Deutsche kennen (wie sollte es auch anders sein), bleibe dann aber doch nicht bis zum Schluss, da mir die Musik irgendwann auf die Nerven ging.

Der nächste Tag ist recht gemütlich. Ich schlaf erstmal etwas aus und überlege mir, ob ich vielleicht doch noch Bungyspringen soll. Aber irgendwie ist es mir das Geld nicht wert, und da ich im Reisebüro hier erfahren hab, dass es im Norden der Insel etwas günstiger ist Fallschirm zu springen, entscheide ich mich dafür, falls ich noch in den Norden komme. Danach passiert nicht mehr viel. Ich lauf etwas durch den Park, trink einen Kaffee und gönn mir ein Eis. Außerdem schau ich nochmal im DOC vorbei um mich über die Wanderwege hier zu informieren und kauf mir dann ein Ticket um auf dem Caples-Track, einem Zwei-Tages-Wanderweg, zu übernachten. Am Abend lauf ich dann doch noch den kleinen Berg (450 Höhenmeter) hoch, um die Aussicht auf Queenstown zu genießen und ein paar Fotos zu machen. Ich brauch etwa eine Stunde hoch. Eigentlich hatte ich gehofft ein paar Leuten beim Bungyspringen zuschauen zu können, aber die hatten dann doch schon zu. Ich warte bis zum Sonnenuntergang und laufe danach im Dunkeln wieder durch den Wald den Berg runter. Und geh kurz darauf ins Bett.

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10 – Pukaki – Kaikourra

Am nächsten Morgen packe frühstücke ich schnell in meinem Zelt und packe es dann zusammen. Danach geh ich am See schnell Zähne putzen und fülle meine Wasserflaschen auf. Die Sonne scheint, es sind kaum Wolken am Himmel und es ist recht warm, daher laufe ich erstmal. Auf dem Weg entscheide ich mich etwas mehr heute zu laufen bevor ich wieder mit Trampen anfange, deshalb nehme ich einen Weg, der länger beim See bleibt und nicht die Hauptstraße. Ich laufe mitten auf der Straße, da ich lange keine Autos vorbeikommen. Ich habe schon das Gefühl, dass die Straße gesperrt ist, da ich davor mal etwas von einer gesperrten Straße gelesen habe, aber es auf eine andere Straße bezogen habe. Dann kommen mir doch mal ein paar Autos entgegen. Zwei Radlerinnen fahren vorbei und kommen dann nochmal zurück um sich kurz zu unterhalten. Irgendwann geht die Straße dann rechts ab, etwas den Berg hoch. Hier kommt dann auch ein wieder ein Schild: Straße in 6 Kilometern gesperrt. Ich möchte aber nicht umdrehen und hoffe einfach mal, dass sich das auf Autos und nicht auch auf Fußgänger bezieht. Nach ein paar weiteren Kilometern mach ich erstmal Pause um mir Mittagessen zu machen. Ich gesell mich zu zwei älteren Paaren, die mit ihren Wohnmobilen auf dem Grünstreifen neben der Straße stehen und fischen. Ich unterhalte mich etwas mit ihnen bis meine Instantnudeln fertig sind und mache mich danach wieder auf den Weg. Es liegt immerhin noch etwa die Hälfte bis zum Haupthighway vor mir. Nach ein paar weiteren Kilometern kommt dann das Tor, das die Straße blockiert. Obwohl der Zugang auch für Fußgänger nicht erlaubt ist gehe ich außenrum. Es ist Samstag, da werden sie in Neuseeland bestimmt nicht an Baustellen arbeiten! Dann geht es erstmal Ewigkeiten die Straße entlange. Ich laufe und laufe und laufe. Weit und breit nichts von einer Baustelle zu sehen und so langsam werden die Füße schwer. Dann komm ich irgendwann um eine Kurve und dort sehe ich dann schon, wie sie in der Ferne an dem Wasserkanal arbeiten, neben dem ich laufe und ein bisschen weiter sehe ich auch schon die ersten, winzigen Autos auf dem Highway. Bis dahin muss ich aber die restlichen zwei Kilometer über groben Schotter zurücklegen. Auf einmal kommt rechts ein Jeep die steile Seite des Kanal hochgeschossen und ich erschrecke mich erstmal ordnetlich. Die Arbeiter winken aber nur und fahren dann weiter. Ich laufe also unbesorgt bis zum Highway, die Brücke über den Kanal und dann erstmal etwas die Straße runter, da man oben an der Brücke nicht anhalten kann. Etwas weiter unten versuche ich es dann mal beim ersten Auto das vorbeikommt. Ein Wohnmobil mit einem älteren Paar drin und sie halten tatsächlich an! Nach 28 Kilometern Fußmarsch also wieder eine Mitfahrgelegenheit. Sie wollen zum Campingplatz am Lake Tekapo und lassen mich dort auch raus. Ich laufe aber wieder zur kleinen Ortschaft hoch und suche mir einen Platz zum Wildcampen etwas außerhalb. Danach schau ich mir noch einen kleinen Teil vom Örtchen an und mache mir Abendessen. Zum Baden habe ich keine Lust mehr, da es schon etwas später ist und ich verschiebe es auf den nächsten Tag. Als die Sonne untergeht gehe ich etwas aus dem Ort raus und breite meine Isomatte hinter einem kleinen Hügel und ein paar Bäumen aus.

Am nächsten Morgen weckt mich das erste Licht. Ich packe zusammen, mein Schlafsack ist dank der Bäume sogar trocken geblieben, und mache mich dann auf den Weg an den See um ein paar Fotos zu machen. Danach packe ich zusammen, da es recht wolkig ist und Wind aufzieht. Auf dem Weg zum Ortsausgang finde ich dann noch die Straße zur historischen Kirche, die ich schon auf Fotos gesehen habe, die ich mir aber nicht mehr anschaue. Am Ortsausgang warte ich dann einige Zeit bis mich ein Niederläner mitnimmt. Er fährt bis nach Christchurch lässt mich aber unterwegs raus, da ich versuchen wollte um Christchurch herum zu kommen. Unterwegs gibt er mir sogar noch einen Kaffee aus. Ich laufe mal wieder die Straße entlang, da ich keine Lust habe hier rum zu stehen und nach einiger Zeit werde ich mitgenommen, allerdings nur bis zur nächsten Ortschaft. Dort finde ich aber recht schnell Anschluss, allerdings wieder nach Christchurch. Es scheint als ob alle Wege nach Christchurch führen also gebe ich auf und fahre mit. Die zwei Männer, die gerade vom Fischen kommen wohnen in der Nähe vom Flughafen und lassen mich dann an einer Stelle raus, wo sie meinen, dass ich gut mitgenommen werden. Doch ich steh mal wieder einige Zeit bis mich ein älterer Mann in seinem winzigen Auto bis zum Stadtende mitnimmt. Dort gibt es erstmal eine Kleinigkeit zu Essen und dann laufe ich die letzten Meter bis kurz vor den Highway. Dort stehen allerdings schon zwei Andere und warten darauf mitgenommen zu werden. Ich unterhalte mich etwas mit dem ersten und laufe dann weiter zum Zweiten, der – wen wundert’s – auch Deutscher ist. Wir versuchen zusammen weiterzutrampen, werden aber trotzdem nicht mitgenommen. Auch etwas weiter hinten oder vorne nicht. Ich würde ja am liebsten bis zum nächsten Örtchen laufen, aber laut meiner Karte führt hier nur der Motorway raus und da darf man nicht drauf laufen. Ich entschließe mich wieder etwas weiter hinten zu warten und wir trennen uns wieder und ich habe Glück. Kurze Zeit später frägt hinter mir ein Mann, der gerade beim Alkoholladen war, ob ich mitfahren will. Er fährt zwar nur zwei Ortschaften weiter, aber immerhin raus aus Christchurch!

Von dort werde ich dann von einem Mann mitgenommen, der mich extra noch eine Ortschaft weiter fährt, da sich da die Straße teilt. Hier warte ich wieder bis mich jemand bis nach Culverden mitnimmt und von dort der nächste bis zur Straße nach Hanmer Springs. Hier laufe ich die ersten Meter, da es nur noch 5 Kilometer sind, werde dann aber doch vom ersten Auto mitgenommen. Im Ort angekommen stell ich meinen Rucksack auf einer Bank im Park ab und laufe ein paar Straßen ab. Die so bekannten heißen Quellen, wegen denen ich hier vorbei wollte, sind leider doch nur wieder eines von vielen Thermalbädern in Neuseeland. Ansonsten ist Hanmer Springs ein nettes kleines Örtchen. Ich mache mir Abendessen und richte mir danach meinen Schlafplatz in einem kleinen Waldstück nahe vom Park.

Am nächsten Morgen breche ich dann nach dem Frühstück Richtung Kaikourra auf. Ich habe mich schon wieder mit Laufen angefreundet, da ich recht früh unterwegs bin, werde dann aber doch gleich am Ortsrand aufgegabelt. Das Paar, das sogar mit einem dicken Anhänger unterwegs ist, fährt bis nach Christchurch. Ich lasse mich dann beim Inland Highway absetzen, obwohl sie mich auch bis zum Haupt-Highway an der Küste absetzen hätten können. Aber das lag wieder 50 Kilometer südlicher und ich wollte ja in den Norden. Das war allerdings ein Fehler, da hier nicht viel vorbeikommt. Von einem Bauern werde ich ins nächste kleinere Dorf mitgenommen. Zwischen hier und Kaikourra liegt eigentlich nichts mehr, daher hoffe ich bald eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Meistens kommen aber nur Leute durch, die auf ihrem Bauernhof etwas außerhalb wohnen. Eine Frau hält an uns meint, dass Sie mich etwas mitnehmen könnte, ich dann aber wieder mitten im Nirgendwo stehe, daher bleibe ich erstmal. Die nächste Frau, die anhält, fährt bis Mount Lyford. Das ist zwar auch nur ein Drittel vom Weg nach Kaikourra, aber ich will hier trotzdem weg. Da wo die Straße nach Mount Lyford abgeht setzt sie mich ab. Bis Mount Lyford sind es noch ein paar Kilometer und diesmal sitze ich wirklich mitten im Nirgendwo! Ich hoffe einfach, dass die Autofahrer mehr Mitleid mit mir haben, aber das zieht wohl doch nicht. Obwohl es erst mittags ist habe ich das Gefühl, dass es schon spät ist, da ich jetzt schon seit Ewigkeiten hier sitze. Es gab sogar eine ganze Stunde, in der kein einziges Auto vorbeikommt. Ich freunde mich schonmal damit an auf der Pferdekoppel zu schlafen, was mit angeboten wurde. Nach vier oder fünf Stunden werde ich dann aber doch erlöst. Trevor hält mit seiner Frau an und nimmt mich in seinem Wohnmobil mit bis nach Kaikourra. Ich suche mir ein Hostel und gönne mir erstmal eine Dusche und Abendessen im Restaurant, nach einer Woche Wildcampen. Danach noch eine kleine Runde durch das Städtchen. Kaikourra ist berühmt für Wal-Beobachtungs-Touren, die sind mir dann aber doch zu teuer, daher geht es am nächsten Tag auch weiter.

 

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01- Bericht Wanaka

Der zweite Tag in der Jugendherberge von Franz Josef verlief ziemlich unspektakulär. Ich hab mich mal wieder um meine Homepage gekümmert und alles aktualisiert, etwas Essen gemacht und bin dann auch bald ins Bett. Am nächsten Tag musste ich ja immerhin früh raus. Um 7 Uhr klingelt der Wecker, da um 8 Uhr der Bus nach Fox zu meiner Gletschertour abfährt. Ich frühstücke gut, mach mir Vesper für den Tag und packe schnell alles zusammen. “Perfektes Timing”, denke ich, als ich um 7:50 meinen Raum verlasse, da ich um 7:55 bereit stehen sollte. Vor mir auch noch zwei die gerade eilig Richtung Ausgang schreiten. An der Rezeption bekommen wir erzählt, dass der Bus schon weg ist, da auf deren Uhr schon Acht war und wir uns beeilen sollten, um ihn noch in der Ortsmitte zu erwischen. Toll! Mit 20 kg auf dem Rücken jetzt auch noch durch die Gegend rennen. Der Busfahrer hat allerdings dort gewartet und somit ging es dann auch weiter für mich nach Fox.

Dort fängt um 9:10 Uhr meine ganztägige Gletschertour an. Es werden Steigeisen und Wanderschuhe verteilt und bald darauf geht es mit dem Bus los zum Parkplatz. Von dort wandern wir dann erstmal etwas durch den Regenwald, Joe unser Guide erzählt uns währenddessen ein bisschen über den Gletscher und die Natur. Wir sind zwei Gruppen à 12 Personen. Von ganz oben hat man dann eine schönes Aussicht auf den Gletscher. Ich dachte zuerst wir müssten hier entlang um auf den Gletscher zu kommen, lag damit aber falsch, da wir bald wieder bergab gingen und es nur der schönen Aussicht wegen waren. Also runter zum Gletscher, Steigeisen an und rauf aufs Eis. Der Anfang war noch relativ langweilig, da wir nur im unteren und somit im flachen Teil des Eises waren. Später ging es dann aber weiter nach oben, wo das Eis kleine Täler bildet, durch die wir laufen. Das war der interessantere, aber leider auch der kürzere Teil. Oft mussten wir leider warten, bis Joe für uns Stufen ins Eis geschlagen hat, weil es dort etwas steiler war (man wäre natürlich auch so runter gekommen). Nach ein paar Stunden auf dem Eis ging es dann wieder runter zum Bus und zurück nach Fox. Hätten wir uns die Wanderung und den unteren Teil gespart hätte man vielleicht mehr vom interessanteren Teil gesehen, aber das wollen sie wahrscheinlich gar nciht, da die teureren Helikoptertouren da hoch fliegen. Insgesamt war es mal eine nette Erfahrung, aber einmal reicht dann wohl auch.

Danach geht es in mein Backpacker Hostel. Dort lerne ich drei Jungs aus Deutschland, Schweiz und den Niederlanden kennen. Wir verbringen den Abend etwas, am nächsten morgen ziehen sie aber Richtung Norden weiter, also trennen sich unsere Wege wieder. Ich wollte noch umbedingt zum Lake Matheson, da man von dort wunderbar Mt. Cook und Mt. Tasman sehen kann. Ich erhoffte mir also schöne Bilder. Ich wollte schon am Vorabend zum Sonnenuntergang hin, allerdings war da alles zugezogen. Nachdem ich dann zwei Kilometer in Richtung See gelaufen bin überleg ich mir, meinen Rucksack einfach im Gebüsch zu verstecken. Ich komm ja sowieso bald zurück und außer Autos kommt hier kaum jemand durch. Dabei fällt mir dann auf, dass meine Filter für die Kamera fehlen, also den ganzen Weg nochmal zurück ins Hostel. Dort hab ich sie dann zum Glück auch im Zimemr gefunden und ich war sehr erleichtert, dass ich nicht nochmal zurück nach Franz Josef in die Jugendherberge musste. Diesmal hab ich die Frau an der Rezeption allerdings gefragt, ob ich meinen Rucksack vielleicht noch so lange hier lassen könnte. “Solang ich keine Einrichtungen benutze und bald zurück bin”, kam etwas miesgelaunt die Antwort. Na gut! Also ohne Gepäck nur mit Kamera auf der Schulter zum See. War das Wetter davor noch gut, sah ich jetzt schon die erste kleine Wolke aufziehen. “Wird schon nicht so groß sein und sich wieder verziehen”, dachte ich. War wohl nix! Als ich dann am See war war genau vor meinen zwei Bergen eine dicke Wolke. Sowas doofes aber auch. Ich nehm trotzdem zwei Fotos und mach mich auf den Rückweg. Schließlich wollte ich ja noch weiter kommen. Auf dem Weg unterhalte ich mich noch mit einer Deutschen, da ich aber kein Bock auf zurücklaufen in der Hitze hatte überlege ich mir zu trampen. “Versuchs doch mal mit dem Auto”, ruft sie mir noch zu. Ich dreh mich schnell um und streck den Daumen raus und tatsächlich hält das erste Auto an. Darin sitz ein älteres Paar, sie erklärt mir gleich, dass sie früher, als sie jünger war auch viel getrampt ist und deshalb auch gerne andere mitnimmt. Somit bin ich innerhalb von zehn Minuten wieder in Fox. Ich wollte weiter trampen, da mir die Dame heute morgen im DOC erklärt hat, dass man an der Westküste gar nicht mehr Wildcampen darf und die Campingplätze zum Laufen zu weit auseinander liegen. Als ich in Fox bin seh ich aber sofort ein anderes Pärchen, dass dort schon seit 1,5 Stunden sein Glück versucht. Sowas doofes. Ich geh also zum Backpackers um meinen Rucksack zu holen und triff schon wieder Deutsche. Ich unterhalte mich etwas mit den drei Mädels, die gerade am Einchecken waren und geh danach zur Straße. Das andere Pärchen ist inzwischen weg. “Nochmal Glück gehabt”, dachte ich mir. Ich stell mich also an die Stelle, an der die anderen davor standen und steh dort keine zehn Minuten, da hält Daniel, der gerade von der Tankstelle gegenüber kommt an und nimmt mich mit. Sein Ziel Wanaka. Ich überlege nicht lange und entschließe mich dazu, den Rest der Pampa hinter mir zu lassen und dirket bis nach Wanaka mit ihm zu kommen. Es kommt nämlich nur ein ein kleineres Örtchen namens Haast und das war es dann mit der Westküste.

In Haast nehmen wir dann noch ein Mädchen aus Kanada mit, das Daniel schonmal dabei hatte. Man sieht sich hier immer zweimal! Ebenso sitzt das Pärchen, das ich vorhin gesehen hatte hier auch am Straßenrand. Wir haben aber nur noch einen Platz frei und haben deshalb die Kanadierin mitgenommen. Alle drei wurden davor hinten im Postwagen mitgenommen, der jetzt allerdings gerade Tour in Haast fährt und sie in einer Stunden wieder mitgenommen hätte. Ab Haast verändert sich die Landschaft. Vor uns ziehen große Berge auf, die Straße macht eine Kurve Richtung Landesinnere, weiter Weg von der Westküste hindruch durch ein kleines Tal. Die Landschaft ist hier wunderschon und nach einiger Zeit taucht dann Lake Wanaka vor uns auf. Der viertgrößte See Neuseelands. Die Aussicht ist wunderschön. Wir halten ein paar mal für ein schnelles Foto (damit hätte man hier glaube ich Stunden verbringen können). Bis wir in Wanaka ankommen vergeht aber noch über eine Stunde. Dort verabschieden wir uns von der Kanadierin, die zu ihrem Hostel ging. Da wir beide noch keine Übernachtungsmöglichkeit hatten, wollten wir erstmal zusammen zur Information, die allerdings schon zu hatte. Also entschlossen wir uns auf dem Campingplatz in Wanaka zu übernachten. Hier gibt es endlich mal wieder einen Supermarkt (sonst immer nur kleine Lädelchen), schließlich ist der Ort hier mal wieder etwas größer als die meisten an der Westküste (mit gerade einmal 3000 Einwohnern!). Wir entscheiden uns noch ein bisschen zusammemzubleiben, kochen zusammen Abendessen und trinken ein Bierchen.

Am nächsten Tag drehen wir eine Runde durch den Ort und gehen zur Information. Wir überlegen uns ein Fahrrad zu mieten und Daniel kauft sich eine kleine Wanderkarte. Danach aber erstmal zurück auf den Campingplatz und faulenzen. Am Mittag raffen wir uns auf eine Wandertour zu machen. Wir suchen uns die nächste Route, da Daniels Wanderschuhe nicht so gut sind und wir deshalb in Turnschuhen laufen. Bis dorthin geht es sieben Kilometer am Strand entlang, dann den Roys Peak Track hoch. Die Berge sind hier extrem steil und so sind wir schon nach ein paar Minuten total verschwitzt, da es immernoch richtig heiß ist und wir sehr schnell laufen, da uns die Zeit davon rennt. Bis ganz nach oben schaffen wir es aber leider nicht, da wir sonst im Dunkel hätten zurücklaufen müssen. Die Aussicht war aber trotzdem wunderschön. Nach dem Abendessen wollten wir noch ein bisschen das Nachtleben erkunden. Aber Pustekuchen! Obwohl es hier ein paar Bars gibt, geht hier nicht viel, wie wir danach auch in Daniels Reiseführer lesen. Die Menschen aus Wanaka versuchen das klein zu halten.

Am nächsten Tag leihen wir uns mittags ein Fahrrad aus. Wir wollten etwas später los, in der Hoffnung, dass es dann nicht mehr ganz so heiß ist, also gehen wir kurz vor zwei zum Fahrradladen. Dummerweise sind keine Fahrräder mehr in unserer Größe da, also zum nächsten Laden, der noch welche hat, aber leider statt um sechs um fünf zu macht. Also nur drei statt vier Stunden Zeit zum Fahren. Wir entscheiden uns den Weg am See, den wir gestern zu Fuß erkundet haben mit dem Fahrrad abzufahren. Eine gute Wahl. Der Track ist wunderschön. Es geht immer wieder auf und ab, direkt am See entlang mit vielen Serpentinen. Oft richtig steil, dass wir absteigen müssen oder den Berg nur mit stark gezogener Bremse runterfahren. Wir sind nämlich oft so nah am See, dass es teils zwanzig Meter steil die Böschung hinab geht, wenn man eine Kurve verpasst. Außerdem ist viel Kies und Sand auf dem Weg, was die Sache etwas rutschig ist. Nach gerade mal zwei Stunden sind wir dann zurück. Schneller als wir dachten. Eigentlich wollten wir noch baden gehen, aber da Daniel vorausgefahren ist und irgendwo gewartet hat, wo ich ihn nicht gesehen habe, haben wir uns einfach verpasst. In Wanaka finden wir uns dann wieder, geben die Fahrräder ab und Essen noch eine kleine Pizza als Snack. Nicht zu viel, da es noch Abendessen gibt. Daniel hat nämlich am Vorabend die zwei Däninnen, die gegenüber mit ihrem Camper standen zum Essen eingeladen. Wir sind allerdings etwas spät dran, da wir etwas lang zum Kochen gebraucht haben und sie noch ins Kino wollten, deshalb müssen sie auch kurz nach dem Essen wieder gehen. Trotzdem gut für mich, da sie am nächsten Tag nach Queenstown fahren und mich mitnehmen wollen. Ich nutze die Gelegenheit also und entscheide mich dagegen einen Tag länger zu bleiben um nochmal die Aussicht von Roys Peak zu genießen.

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