Letzte Einträge:

16 – Tongariro – Coromandel

  1. April:

Früh morgens warte ich noch bis die Postzentrale in Wellington aufmacht. Beim ersten Anruf wird mir gesagt, dass ich es später nochmal versuchen soll, aber auch beim zweiten Versuch ist noch kein Paket für mich angekommen. Also gebe ich die Hoffnung auf und mache mich auf den Weg zum Tongagiro National Park. Der Weg dorthin ist allerdings noch lang und schon von weitem sehe ich, dass dicke Wolken über den Bergen hängen. Ich informiere mich in einem kleinen Ort vor dem National Park und die Dame informiert mich darüber, dass ich schon etwas spät bin, der Parkplatz geschlossen wird, wenn er voll ist und dass dann nur noch Shuttles fahren. Ich möchte mein Glück trotzdem versuchen, da ich keine Zeit habe um bis morgen zu warten, zumal das Wetter auch nicht besser werden soll. Die Schotterstraße zum Parkplatz ist schon gesperrt, dennoch fahre ich weiter. Parkplaätze sollte es ja jetzt wieder genug geben! Obwohl schon nach drei Uhr ist, fange ich den Track noch an, der eigentlich als Tagesmarsch gedacht ist. Nach einer Stunde habe ich das erste flachere Stück hinter mir. Vor mir liegt jetzt der steilste Teil. Ich schaue mir am Fuß der ersten Treppe nochmal eine Karte mit Höhenprofil an, dabei holt mich ein Ranger wieder auf. Er sammelt Müll auf und schaut, ob auf den ersten fünf Kilometern noch Leute auf dem Weg sind. Mich warnt er, dass ich nicht mehr so weit laufen soll, da oben sehr schlechtes Wetter ist und es bald dunkel wird. Zudem wird es diese Nacht sehr kalt und die Schneefallgrenze liegt bei 2000 Metern – also gerade einmal 100 Meter über der höchsten Stelle. Bis zum fünften Kilometer helfe ich ihm noch etwas beim Müll aufsammeln und entscheide mich dann noch ein kleines Stück weiterzulaufen. Je höher ich komme, desto schlechter wird die Sicht. Bald sind es nur noch knapp zwanzig Meter und ich beschließe umzudrehen. Genau in diesem Moment fängt es auch in Strömen an zu schütten. Dazu kommt ein eisiger Wind. Ich lege einen Zahn zu um wieder vom Berg runterzukommen. Nach ein paar Minuten ist meine Hose klatschnass und auch meine Regenjacke hält dem Regen nicht Stand. Nach eineinhalb Stunden komme ich dann komplett durchnässt ans Auto zurück und wärme mich erstmal auf. Meinen Plan heute auf einen DOC Campingplatz zu gehen streiche ich angesichts des Regens auch. Stattdessen fahre ich nach Sonnenuntergang noch nach Taupo und schlafe dort wieder in meinem Auto.

  1. April:

Auch am nächsten Tag in Taupo regnet es noch. Als es etwas aufhört drehe ich eine kleine Runde durch den Ort. Allerdings haben die meisten Läden noch geschlossen also frühstücke ich erst einmal, drehe dann eine weitere Runde durch den Ort und sitze dann den regnerischen Morgen in der Bücherei am Laptop aus. Mittags als es aufgehört hat zu regnen fahre ich zum Fluss, der durch Taupo fließt, an eine Stelle, an der eine heiße Quelle in den Fluss fließt. Das hätte ich auch morgens im Regen machen können! Das Wasser, das den kleinen Bach runter kommt ist richtig heiß und man kann es in ein paar kleinen natürlichen Pools genießen. Je näher man in Richtung Fluss geht, desto mehr vermischt sich das Wasser und desto kälter wird es auch. Ich genieße das natürliche Thermalbad für einige Zeit, gönne mir danach noch eine warme (!!) Dusche mit meinem Wassersack und fahre dann weiter zu den Huka Huka Falls, die etwas weiter flussabwärts liegen. Hier wird das ganze Wasser des Flusses in einen recht kleinen Kanal gepresst und kommt am Ende bei den Huka Huka Falls richtig rausgeschossen, was recht beeindruckend ist. Nach den Wasserfällen mache ich mich auf die kurze Fahrt ins 70 Kilometer entfernte Rotorua, das dafür bekannt ist, dass man es riecht lange bevor man dort ist. Und so ist es auch. In den Straßen Rotoruas liegt ein ordentlicher Schwefelgeruch, an den man sich allerdings recht bald gewöhnt. Die eigentliche Touristenziel liegt allerdings außerhalb von Rotorua: Das Thermal Wonderland. An dem bin ich auf dem Weg von Taupo schon vorbeigefahren, allerdings war der letzte Einlass für heute schon vorbei. In Rotorua selbst laufe ich noch etwas über einen kleinen Straßenmarkt und durch ein paar Shops bevor ich mich nochmal in die Bücherei setze und es danach wieder in einer Seitenstraße ins Bett geht.

  1. April:

Am nächsten Morgen geht es früh raus in Richtung Thermal Wonderland, das 30 Kilometer außerhalb von Rotorua liegt. Kurz davor biege ich noch zum Mud Pool, einem großen, kochenden Schlammpool, ab. Daher komme ich auch etwas spät im Thermal Wonderland an und bin etwas in Eile, um dem Geysier, der etwas außerhalb liegt, um 10:15 Uhr beim Wasserspucken zuzuschauen. Dennoch schaffe ich innerhalb einer Stunde alle “Attrraktionen” zu sehen und ein paar Fotos zu machen. Von blubbernden Schlammlöchern, über dampfende Seeen bis hin zu giftgelben Wasserlöchern. Nach dem Geysierausbruch, der nicht wirklich lange dauert, warte ich noch etwas bis die ganzen Touristenbusse abgefahren sind und manche mich auf den langen Wer zur Coromandel Halbinsel, die 350 Kilometer weiter nördlich liegt. Auf dem Weg nehme ich am Ende einer kleinen Stadt einen Tramper mit und fahre mit ihm bis in sein Örtchen, das nicht weit von meinem Ziel, dem Hot Water Beach, entfernt ist. Hier mache ich Mittag, da es ganz nett ist und schaue danach noch beim Infocenter vorbei. Eine nette alte Dame erzählt mir, dass man zum Hot Water Beach nur kurz vor und nach Ebbe kommt und die erst wieder um neun Uhr Abends ist. Also habe ich noch jede Menge Zeit. Sie empfiehlt mir einen kleinen Aussichtspunkt im Ort und ein kleines Café am Ufer. Und so genieße ich erst die Aussicht und gönne mir dann einen Eiskaffee. Danach fahre ich zum Hot Water Beach und warte ab drei Uhr auf die Ebbe. Die legt nämlich zwei heiße Quellen direkt am Strand frei. Während ich warte, komme ich mit ein paar Deutschen ins Gespräch, die gerade angekommen sind und später wieder kommen wollen. Gegen sechs wird es dunkel, trotzdem spülen immer noch Wellen über den Sand unter dem die Quellen verborgen sind. Eine halbe Stunde später komme ich wieder und plötzlich steht eine große Menschenmasse am Strand, als ob gerade ein paar Touristenbusse angekommen wären. Ein paar Meter entfernt von der Quelle bei der ich dauernd stand, liegt die zweite Quelle, die weiter vom Wasser entfernt ist und wo daher schon einige fleißig am Löcher ausheben sind. Ich treffe zwei Surfer wieder, mit denen ich davor schon auf dem Parkplatz gesprochen habe und wir buddeln unser eigenes Loch geschützt von einer großen Sandmauer. Lange hält die allerdings nicht, da der Sand immer wieder nachrutscht und von außen die Wellen versuchen reinzukommen. Dennoch macht es rießig Spaß sich sein Loch zu buddeln und zwischendrin das warme Wasser zu genießen und dabei den klaren Sternenhimmel zu beobachten. Als es auf einmal anfängt zu regnen wird es ziemlich schnell leer und ich kann nach einiger Zeit das warme Wasser komplett alleine genießen. Als die Flut so langsam wieder kommt räume auch ich den letzten Pool und kehre zum Auto zurück. Kurz darauf kommen die Hamburger zurück, also gehen wir nochmal zusammmen zum Strand. Wir feiern noch etwas gemütlich zu Dritt den Geburtstag von Hanno und ich bekomme letztendlich noch ein Schlafplatzangebot in ihrer 6-Personen-Hütte, das ich annehme.

Leave a comment

15 – Wellington

  1. April:

Am Tag darauf drehe ich eine kurze Runde durch das Stadtzentrum von Wellington und schaue mich um, ob ich vielleicht ein anderes Hostel finde. Ich entscheide mich aber im jetzigen zu bleiben. Nur diesmal nehme ich ein Vier-Personen-Zimmer, das gerade mal vier Dollar mehr kostet. Danach gehe ich nochmal durch die Stadt. Diesmal habe ich etwas mehr Zeit. Ich schaue beim Postzentrum vorbei, aber das hat zu, weil Feiertag ist. Also laufe ich etwas die Promenade am Wasser entlang und gehe danach ins Museum, das umsonst ist. Dort verbringe ich ein paar Stunden. Von dort geht es weiter, nochmal durch das Zentrum, wo inzwischen ein paar Läden aufhaben. Ich schaue mich nach einem Tagerucksack für Australien um, kann mich aber mal wieder nicht entscheiden und komme dann ohne neue Errungenschaft ins Hostel zurück. Abends kaufe ich noch im Supermarkt gegenüber ein und mache mir etwas zu Essen bevor es ins Bett geht. 2. April:

Bevor ich am nächsten Tag mein Zimmer räume, mache ich nochmal einen kleinen Spaziergang durch Wellington. Zuerst zum Postcenter, aber mein Paket ist noch nicht da, dann weiter zum Cable Car. Das fährt hoch zu den Botanischen Gärten, mir fehlt allerdings die Zeit, weil ich wieder zurück zum Hostel muss. Dort wird noch schnell gefrühstückt bevor ich mein Gepäck in einem der Spints einschließe. Bevor ich Wellington verlasse möchte ich nochmal ins Museum, da dort gerade eine Ausstellung über Videospiele von damals bis heute ist. Das ganze kostet zwar 15 Dollar, aber das leiste ich mir mal. In den nächsten zwei Stunden kämpfe ich mich von Space Invaders über Pacman bis zu iPhone Spielen durch. Allerdings verbringe ich die meiste Zeit vor den alten Spieleautomaten und schaue mir das modernere Zeug nur mal kurz an. Nach den zwei Stunden halte ich es allerdings nicht mehr länger aus und ich muss auch so langsam zum Flughafen meinen Mietwagen abholen. Also zurück zum Hostel meinen Rucksack abholen. Vom Bahnhof, der gegenüber liegt, nehme ich den Airport Shuttle Bus. Dort angekommen suche ich vergebens nach dem Schalter meines Mietunternehmens. Auf Nachfrage bei den anderen Unternehmen stellt sich heraus, dass sie keine Zweigstelle am Flughafen haben. Ich rufe also dort an und hänge erstmal eine Zeit lang in der Warteschleife, komme dann irgendwann zur Zentrale durch und werde dann an die lokale Zweigstelle weitergeleitet, die Jemanden schickt, der mich abholt. Nochmal gutgegangen! Zehn Minuten später werde ich von einem grün-lilanem Van aufgegabelt und mit einem “Wie war Dein Flug?” begrüßt. Ich erkläre ihm, dass ich nicht geflogen bin, sondern nur zum Flughafen gefahren bin, weil man auf der Homepage nur Auckland Flughafen als Startpunkt auswählen konnte. Die Zweigstelle war dann aber nochmal zehn Minuten vom Flughafen entfernt. Ich fülle den ganzen Papierkram aus und verlasse dann eine halbe Stunde bevor sie schließen den Hof mit meinem guten alten Nissan Sunny. Ich bin erstmal super froh, dass ich doch die Versicherung nehmen musste, da ich mich wieder wie ein Fahranfänger fühle. Ich sitze auf der falschen Seite des Autos, fahre links und dann auch noch mit einem Automatikwagen! Am Abend fahre ich noch aus Wellington raus und halte in der nächsten Stadt für einen Stopp über Nacht an.

Leave a comment

14 – Picton nach Wellington

  1. März:

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf, schleppe erstmal mein ganzes Zeug aus dem Zimmer und packe meinen Rucksack vor der Tür. Ich will zeitig los, da ich meine Fähre auf keinen Fall verpassen möchte, daher habe ich leider auch keine Zeit mehr mir Nelson anzuschauen. Danach geht es mal wieder in Richtung Ortsausgang, doch ich werde schon wieder auf dem Weg dorthin mitgenommen. Ein Australier, der jetzt in Wellington lebt nimmt mich mit. Er muss auch nach Picton zur Fähre, trotzdem lädt er mich in Havelock an der Straße Richtung Picton aus, da er hier mittag macht. Ich finde schnell den Anschluss. Ein älteres Paar nimmt mich mit, frägt davor aber erst, ob ich es eilig habe. Aber selbst wenn wir noch so bummeln würde ich rechtzeitig ankommen, daher fahre ich mit. Unterwegs halten sie noch zwei Mal an, genießen die Aussicht und machen ein paar Fotos. In Picton steige ich dann bei ihrem Campingplatz aus. Sie bieten mir an mich noch in Zentrum zu fahren, aber das bisschen kann ich auch laufen. Ich habe schließlich eh den ganzen Tag Zeit! Ich kauf mir etwas Knabberzeug im Supermarkt, drehe eine kleine Runde durchs Zentrum und warte dann auf einer Bank, dass die Zeit vergeht. In der Zwischenzeit schaue ich auch schonmal nach, wo meine Fähre ablegt und hole mir meine Bordkarte. Ein paar Stunden später checke ich mein Gepäck ein und verbringe die restliche Zeit im Terminal. Hier kann ich immerhin meinen Kameraakku noch laden. Um kurz nach Sechs geht es dann auf die Fähre, damit wir pünktlich um 18:30 Uhr ablegen können. Ich schaue mir noch den Sonnenuntergang auf dem Deck an und mache es mir dann in einem Sessel mit meinem Laptop gemütlich. Auf Bilder bearbeiten habe ich aber irgendwie keine Lust, daher laufe ich immer wieder durch die Gegend oder kaufe mir etwas zu Essen. Gegen zehn Uhr kommen wir in Wellington an. Es könnte gefühlt aber auch schon drei Uhr nachts sein. Ich hole meinen Rucksack vom Gepäckband, nehme ein Shuttle zum Bahnhof und schließe mich einer Gruppe Backpacker zum nächsten Hostel an. Sie haben allerdings nur noch Plätze im 20-Mann-Zimmer frei. Naja … auch egal! Hauptsache ins Bett.

Leider sind ein paar Fotos von der Überfahrt und dem Weg nach Picton verloren gegangen, da ich Bilder gelöscht habe, von denen ich dachte, sie wären schon auf dem PC.

Leave a comment

13 – Abel Tasman Track und Nelson

  1. März:

Am Morgen geht es früh raus. Nach dem Frühstück packe ich mein noch nasses Zelt zusammen und mache mich auf den Weg zum Infocenter. Von dort geht es dann mit dem Bus nach Marahau. Von dort starte ich gegen zehn Uhr den Abel Tasman Coastal Track. Anfangs geht es über ein paar Holzlaufwege, danach direkt an der Küste entlang. Anfangs eher moderat, später geht es dann auch mal etwas den Berg hoch. Nach ungefähr zwölf Kilometern teilt sich der Weg. Beide Wege führen an mein heutiges Tagesziel, einen davon kann man aber nur bei Ebbe nehmen, deshalb muss ich den Flut-Umweg nehmen. Doch davor gibt es erstmal etwas Vesper. Danach geht es Barfuß weiter, da die Schuhe und Wandersocken die gefühlten tausend Insektenstiche an meinen Füßen aufreiben. Von hier lauf ich nicht weit bis ich zu einer weiteren Abzweigung zu Cleopatras Pool komme. Da es nicht weit ist, will ich mir das auf jeden Fall anschauen. Nach etwas einer viertel Stunde bin ich auch schon da. Mich erwartet ein kleiner, natürlicher Felspool. Ich mache hier etwas länger Pause und lasse die Füße etwas im Wasser baumeln, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Danach geht weiter über den “Flut-Umweg”. Von hier sehe ich schon, dass das Wasser zurückgeht. Irgendwann biege ich nach rechts ab und laufe durch das Watt. Als ich nach eineinhalb Kilometern auf der anderen Seite ankomme, merke ich, dass ich einfach den Ebbe-Weg zurückgenommen habe und daher falsch bin. Ich laufe also wieder zurück durchs Watt, noch ein paar Berge hoch und durch ein paar Buchten und komme dann abends bei meinem Campingplatz in der Bark Bay an. Ich schlage mein Zelt auf, mache Abendessen und geselle mich zu ein paar Anderen an eine Feuerstelle, wo wir ein kleines Lagerfeuer machen. Nach ein paar Unterhaltungen geht es dann zurück ins Zelt, wo der warme Schlafsack wartet.

  1. März:

Als ich am nächsten Tag aufwache lasse ich es erstmal gemütlich angehen. Ich mache mir etwas frühstück und setze mich dann an den Strand und schaue zu, wie immer wieder Wassertaxis ankommen und Leute absetzen oder aufgabeln. Nach einiger Zeit in der Sonne geht es dann nachmittags gegen zwei Uhr los. Von hier geht es wieder über einen Hügel in die nächste Bucht am Strand entlang und ganz am Ende durch einen kleinen Fluss. Der wird bei Flut vom Meer vollgespült und ist dann brusttief, daher habe ich den ganzen mittag über beim Campingplatz gewartet. Danach geht es weiter bis zum Awaroa Inlet. Hier muss ich auch auf die Gezeiten achten, da man hier nur eineinhalb Stunden vor und nach Flut durchkommt. Ansonsten ist der ganze Weg überflutet und diesmal ist der etwas länger als nur der kleine Fluss. Und trotz Ebbe steht man hier ab und zu knietief im Wasser. Nach der Querung geht es noch etwas am Track entlang, bis ich bei meinem zweiten und letzten Campingplatz ankomme. Es ist schon spät und meine Füße tuen weh. Ich schlage mein Zelt auf, mache mir ein einfaches Abendessen und gehe dann auch schon ins Bett, da ich am nächsten Morgen meinen Bus erwischen muss.

  1. März:

Von meinem Campingplatz geht es dann noch einmal über den Strand und einen Hügel hoch. Nach etwa einer Stunde bin ich am Ende vom Track und werde um zehn Uhr vom Bus abgeholt, der mich nach Takaka bringt. Die Straße ist kurvig, eng und aus Schotter und der Busfahrer heizt mit seinem Zwölfsitzer ordentlich um die Ecken. unterwegs gabeln wir nochmal Leute auf. Drei davon haben nicht reserviert und versuchen es spontant, da wir aber nur noch zwei Plätze frei haben, sitz eine auf dem Boden. Zum Glück haben wir den schlimmsten Part hinter uns, denn die Straße wird wieder befestigt. In Takaka werde ich beim Infocenter rausgelassen. Dort informiere ich mich nochmal kurz. Für den Strand im Norden zu dem ich wollte habe ich wohl zu wenig Zeit, daher entscheide ich mich zu den Pupu Springs zu trampen. Ich laufe also Richtung Ortsausgang und nehme noch einen kleinen lokalen Markt und dort einen leckeren Crepe mit. Schon auf dem Weg zum Ortsausgang werde ich von einem Neuseeländer mitgenommen. Er muss zur nächsten Ortschaft, meint dass es nicht weit zu den Quellen ist und fährt mich extra hin, obwohl es nicht auf seinem Weg lag. Vom Parkplatz geht über einen Fluss den kurzen Weg zu den Quellen. Über einen Spiegel kann man durch das Wasser über den Boden sehen, der nicht zu Enden scheint. Die Quellen sind die zweitklarsten der Welt. Die klarsten liegen in der Antartik. Leider konnte man das nicht so gut festhalten, da das Wasser so gespiegelt hat. Nach einiger Zeit geht es zurück zum Parkplatz von dort will ich dann zurück zur Straße laufen und werde schon auf dem Weg dorthin vom zweiten Auto von zwei Deutschen bis nach Motueka mitgenommen. Von der Ortsmitte muss ich dann wieder zum Ortsausgang, was hier als recht lange dauern kann, da die Ortschaften immer an der Straße entlang gebaut sind. Am Ortsausgang warte ich dann einige Zeit bis ich nach etwa einer Stunde wieder von einem Neuseeländer bis nach Nelson mitgenommen werde. Er wohnt allerdings am Stadtrand und daher muss ich die letzten fünf Kilometer laufen. Ich wollte eigentlich beim Paradiso Hostel übernachten, aber die waren schon ausgebucht. War auch irgendwie zu erwarten bei kostenloser Suppe, Frühstück, Sauna und Pool. Daher nehm ich mir ein Zimmer in der Jugendherberge, die auch noch teurer ist. Hier treffe ich mich später nochmal mit Alex, der mit ein paar Freunden morgen zum Abel Tasman Track aufbricht. Abends buche ich noch meine Fähre von Picton nach Wellington und meinen Flug von Auckland zurück nach Christchurch. Wäre das schonmal erledigt!!

Leave a comment

12 – Blenheim – Nelson

Im Hostel hatte ich das ganze Zimmer für mich alleine, auch mal ganz angenehm. Bevor ich auschecke laufe ich nochmal die Läden nebenan ab, aber außer einem Sportladen interessiert mich nichts wirklich. Um zehn Uhr gebe ich dann den Schlüssel ab und mache mich mal wieder in Richtung Ortsausngang. Dort warte ich dann wieder einige Zeit, aber das macht mir nichts, da ein schöner Tag ist. Ein Mann hält an. Das ganze Auto ist voll, auf dem Dach hat er ein Boot. Er kommt gerade vom Fischen und fährt bis kurz vor Blenheim. Bis dahin nimmt er mich mit. Da er aber auch auf einem Bauernhof wohnt, werde ich vor der nächsten Ortschaft abgesetzt. Dort warte ich erst mal ein bisschen, ich entscheide mich aber doch ein Stück weiter zu laufen. Ein paar Kilometer weiter finde ich dann eine große Fläche neben der Straße, auf der man sehr gut anhalten kann, auch wenn man mit 100 km/h den Highway runtergefahren kommt. Und schon nach kurzer Zeit werde ich von einem jungen Mädchen, die knapp hinter mir eine Querstraße runter kam, bis nach Blenheim mitgenommen. Wir fahren einmal durch die Ortschaft und danach zurück zum Infocenter. Ich entscheide mich eine Nacht zu bleiben, da Blenheim etwas größer aussieht, und nehme mir einen Zeltplatz bei einem Hostel. Von dort starte ich erstmal in Richtung Infocenter, da ich gerade viel über die letzten zwei verbleibenden Wochen in Neuseeland nachdenke und überlege in der letzten Woche noch die Nordinsel zu erkunden. Um schneller voranzukommen möchte ich mir also einen Mietwagen holen. Das hat sich allerdings recht schnell erledigt! In Blenheim gibt es keinen Anbieter, der Autos an Personen unter 21 vermietet.

Ich möchte mein Glück nochmal in Nelson versuchen, also packe ich am nächsten Morgen früh mein Zelt zusammen und mache mich in Richtung Ortsausgang. Dort werde ich nach einiger Zeit von einer Frau bis in die Ortschaft, in der die Straße nach Nelson abgeht mitgenommen und von dort komme ich auch schnell wieder weg und werde auf halben Weg nach Nelson wieder in einem wirklich kleinen Örtchen abgesetzt. Obwohl hier nicht der beste Fleck zum Trampen ist komme ich doch bald weiter bis nach Nelson. Wir unterhalten uns über meine Pläne über die nächsten Tag und ich komme zu dem Schluss, dass ich auf der Südinsel doch kein Auto mehr brauche, da ich eh den Abel Tasman Track machen möchte. In Nelson werde ich direkt vor dem iSite abgeladen und dort verbringe ich auch erstmal einige Stunden, da ich jetzt hier alles planen möchte. Ich buche meine Campingplätze im Abel Tasman National Park, den Busse, die mich zum Beginn des Tracks fahren und vom Ende abholen und meinen Fallschirmsrpung. Und es klappt zeitlich sogar alles wie ich es mir vorstelle! Einen Teil meines Gepäcks lasse ich in einem Hostel in Nelson. Danach geht es nochmal in den Supermarkt, bevor ich auch schon für meinen Skydive abgeholt werde. Von Nelson geht es weiter nach Motueka. Hier geht es dann um vier Uhr los. Zuerst etwas Papierkram, dann warten bis der Rest ankommt und zuletzt ein paar Sicherheitsanweisungen. Kurze Zeit später stecke ich auch schon in meinem hocherotischen Anzug mit Dauergrinsen im Flieger auf dem Weg zu 16 500 Fuß (5,5 Kilometer) Sprunghöhe. Die letzten Anweisungen im Flugzeug bevor die Tür aufgeht. Zuerst springt ein Mädchen alleine, danach die zwei anderen Tandems mit Kameramann. Ich bin mit meinem Tandemmaster und Kameramann also ganz alleine im Flugzeug. Mit ein paar Schwüngen geht es rüber zur Tür, der Tandemmaster sitzt auf der Kante des Flugzeuges, mein Arsch hängt 16 500 Fuß über dem Boden. Mir gehen zwei Gedanken ziemlich gleichzeitig durch den Kopf: “Warum mach ich das eigentlich?!” und “Verdammt, wird das geil!”. Danach noch zwei kurze Wippbewegungen und mit der dritten geht es raus aus dem Flugzeug, dem Boden mit 200 Sachen entgegen. Ein Wahnsinnsgefühl! Nach gefühlten zehn Sekunden (in Wahrheit waren es 70) öffnet sich der Fallschirm und wir gleiten gemütlich dem Boden entgegen. Unten werden wir bereits vom Team empfangen. Danach geht es raus aus dem Anzug, ich bekomme meine Beweis-DVD und werde zum nächsten Hostel gefahren.

Dort wird erstmal das Zelt aufgebaut. Dabei bricht mir dummerweise die Zeltstange, aber zum Glück habe ich eine Reparaturhülse dabei. Hoffen wir, dass es bei einem Bruch bleibt! Danach geht es nochmal schnell in den Supermarkt um eine Kleinigkeit fürs Abendessen zu kaufen und nach dem Kochen geht es dann auch ins Bett, da ich am nächsten Tag früh auf den Bus muss.

Leave a comment

11 – Pukaki – Hanmer Springs

Am nächsten Morgen packe frühstücke ich schnell in meinem Zelt und packe es dann zusammen. Danach geh ich am See schnell Zähne putzen und fülle meine Wasserflaschen auf. Die Sonne scheint, es sind kaum Wolken am Himmel und es ist recht warm, daher laufe ich erstmal. Auf dem Weg entscheide ich mich etwas mehr heute zu laufen bevor ich wieder mit Trampen anfange, deshalb nehme ich einen Weg, der länger beim See bleibt und nicht die Hauptstraße. Ich laufe mitten auf der Straße, da ich lange keine Autos vorbeikommen. Ich habe schon das Gefühl, dass die Straße gesperrt ist, da ich davor mal etwas von einer gesperrten Straße gelesen habe, aber es auf eine andere Straße bezogen habe. Dann kommen mir doch mal ein paar Autos entgegen. Zwei Radlerinnen fahren vorbei und kommen dann nochmal zurück um sich kurz zu unterhalten. Irgendwann geht die Straße dann rechts ab, etwas den Berg hoch. Hier kommt dann auch ein wieder ein Schild: Straße in 6 Kilometern gesperrt. Ich möchte aber nicht umdrehen und hoffe einfach mal, dass sich das auf Autos und nicht auch auf Fußgänger bezieht. Nach ein paar weiteren Kilometern mach ich erstmal Pause um mir Mittagessen zu machen. Ich gesell mich zu zwei älteren Paaren, die mit ihren Wohnmobilen auf dem Grünstreifen neben der Straße stehen und fischen. Ich unterhalte mich etwas mit ihnen bis meine Instantnudeln fertig sind und mache mich danach wieder auf den Weg. Es liegt immerhin noch etwa die Hälfte bis zum Haupthighway vor mir. Nach ein paar weiteren Kilometern kommt dann das Tor, das die Straße blockiert. Obwohl der Zugang auch für Fußgänger nicht erlaubt ist gehe ich außenrum. Es ist Samstag, da werden sie in Neuseeland bestimmt nicht an Baustellen arbeiten! Dann geht es erstmal Ewigkeiten die Straße entlange. Ich laufe und laufe und laufe. Weit und breit nichts von einer Baustelle zu sehen und so langsam werden die Füße schwer. Dann komm ich irgendwann um eine Kurve und dort sehe ich dann schon, wie sie in der Ferne an dem Wasserkanal arbeiten, neben dem ich laufe und ein bisschen weiter sehe ich auch schon die ersten, winzigen Autos auf dem Highway. Bis dahin muss ich aber die restlichen zwei Kilometer über groben Schotter zurücklegen. Auf einmal kommt rechts ein Jeep die steile Seite des Kanal hochgeschossen und ich erschrecke mich erstmal ordnetlich. Die Arbeiter winken aber nur und fahren dann weiter. Ich laufe also unbesorgt bis zum Highway, die Brücke über den Kanal und dann erstmal etwas die Straße runter, da man oben an der Brücke nicht anhalten kann. Etwas weiter unten versuche ich es dann mal beim ersten Auto das vorbeikommt. Ein Wohnmobil mit einem älteren Paar drin und sie halten tatsächlich an! Nach 28 Kilometern Fußmarsch also wieder eine Mitfahrgelegenheit. Sie wollen zum Campingplatz am Lake Tekapo und lassen mich dort auch raus. Ich laufe aber wieder zur kleinen Ortschaft hoch und suche mir einen Platz zum Wildcampen etwas außerhalb. Danach schau ich mir noch einen kleinen Teil vom Örtchen an und mache mir Abendessen. Zum Baden habe ich keine Lust mehr, da es schon etwas später ist und ich verschiebe es auf den nächsten Tag. Als die Sonne untergeht gehe ich etwas aus dem Ort raus und breite meine Isomatte hinter einem kleinen Hügel und ein paar Bäumen aus.

Am nächsten Morgen weckt mich das erste Licht. Ich packe zusammen, mein Schlafsack ist dank der Bäume sogar trocken geblieben, und mache mich dann auf den Weg an den See um ein paar Fotos zu machen. Danach packe ich zusammen, da es recht wolkig ist und Wind aufzieht. Auf dem Weg zum Ortsausgang finde ich dann noch die Straße zur historischen Kirche, die ich schon auf Fotos gesehen habe, die ich mir aber nicht mehr anschaue. Am Ortsausgang warte ich dann einige Zeit bis mich ein Niederläner mitnimmt. Er fährt bis nach Christchurch lässt mich aber unterwegs raus, da ich versuchen wollte um Christchurch herum zu kommen. Unterwegs gibt er mir sogar noch einen Kaffee aus. Ich laufe mal wieder die Straße entlang, da ich keine Lust habe hier rum zu stehen und nach einiger Zeit werde ich mitgenommen, allerdings nur bis zur nächsten Ortschaft. Dort finde ich aber recht schnell Anschluss, allerdings wieder nach Christchurch. Es scheint als ob alle Wege nach Christchurch führen also gebe ich auf und fahre mit. Die zwei Männer, die gerade vom Fischen kommen wohnen in der Nähe vom Flughafen und lassen mich dann an einer Stelle raus, wo sie meinen, dass ich gut mitgenommen werden. Doch ich steh mal wieder einige Zeit bis mich ein älterer Mann in seinem winzigen Auto bis zum Stadtende mitnimmt. Dort gibt es erstmal eine Kleinigkeit zu Essen und dann laufe ich die letzten Meter bis kurz vor den Highway. Dort stehen allerdings schon zwei Andere und warten darauf mitgenommen zu werden. Ich unterhalte mich etwas mit dem ersten und laufe dann weiter zum Zweiten, der – wen wundert’s – auch Deutscher ist. Wir versuchen zusammen weiterzutrampen, werden aber trotzdem nicht mitgenommen. Auch etwas weiter hinten oder vorne nicht. Ich würde ja am liebsten bis zum nächsten Örtchen laufen, aber laut meiner Karte führt hier nur der Motorway raus und da darf man nicht drauf laufen. Ich entschließe mich wieder etwas weiter hinten zu warten und wir trennen uns wieder und ich habe Glück. Kurze Zeit später frägt hinter mir ein Mann, der gerade beim Alkoholladen war, ob ich mitfahren will. Er fährt zwar nur zwei Ortschaften weiter, aber immerhin raus aus Christchurch!

Von dort werde ich dann von einem Mann mitgenommen, der mich extra noch eine Ortschaft weiter fährt, da sich da die Straße teilt. Hier warte ich wieder bis mich jemand bis nach Culverden mitnimmt und von dort der nächste bis zur Straße nach Hanmer Springs. Hier laufe ich die ersten Meter, da es nur noch 5 Kilometer sind, werde dann aber doch vom ersten Auto mitgenommen. Im Ort angekommen stell ich meinen Rucksack auf einer Bank im Park ab und laufe ein paar Straßen ab. Die so bekannten heißen Quellen, wegen denen ich hier vorbei wollte, sind leider doch nur wieder eines von vielen Thermalbädern in Neuseeland. Ansonsten ist Hanmer Springs ein nettes kleines Örtchen. Ich mache mir Abendessen und richte mir danach meinen Schlafplatz in einem kleinen Waldstück nahe vom Park.

Am nächsten Morgen breche ich dann nach dem Frühstück Richtung kaikoura auf. Ich habe mich schon wieder mit Laufen angefreundet, da ich recht früh unterwegs bin, werde dann aber doch gleich am Ortsrand aufgegabelt. Das Paar, das sogar mit einem dicken Anhänger unterwegs ist, fährt bis nach Christchurch. Ich lasse mich dann beim Inland Highway absetzen, obwohl sie mich auch bis zum Haupt-Highway an der Küste absetzen hätten können. Aber das lag wieder 50 Kilometer südlicher und ich wollte ja in den Norden. Das war allerdings ein Fehler, da hier nicht viel vorbeikommt. Von einem Bauern werde ich ins nächste kleinere Dorf mitgenommen. Zwischen hier und kaikoura liegt eigentlich nichts mehr, daher hoffe ich bald eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Meistens kommen aber nur Leute durch, die auf ihrem Bauernhof etwas außerhalb wohnen. Eine Frau hält an uns meint, dass Sie mich etwas mitnehmen könnte, ich dann aber wieder mitten im Nirgendwo stehe, daher bleibe ich erstmal. Die nächste Frau, die anhält, fährt bis Mount Lyford. Das ist zwar auch nur ein Drittel vom Weg nach kaikoura, aber ich will hier trotzdem weg. Da wo die Straße nach Mount Lyford abgeht setzt sie mich ab. Bis Mount Lyford sind es noch ein paar Kilometer und diesmal sitze ich wirklich mitten im Nirgendwo! Ich hoffe einfach, dass die Autofahrer mehr Mitleid mit mir haben, aber das zieht wohl doch nicht. Obwohl es erst mittags ist habe ich das Gefühl, dass es schon spät ist, da ich jetzt schon seit Ewigkeiten hier sitze. Es gab sogar eine ganze Stunde, in der kein einziges Auto vorbeikommt. Ich freunde mich schonmal damit an auf der Pferdekoppel zu schlafen, was mit angeboten wurde. Nach vier oder fünf Stunden werde ich dann aber doch erlöst. Trevor hält mit seiner Frau an und nimmt mich in seinem Wohnmobil mit bis nach kaikoura. Ich suche mir ein Hostel und gönne mir erstmal eine Dusche und Abendessen im Restaurant, nach einer Woche Wildcampen. Danach noch eine kleine Runde durch das Städtchen. kaikoura ist berühmt für Wal-Beobachtungs-Touren, die sind mir dann aber doch zu teuer, daher geht es am nächsten Tag auch weiter.

Leave a comment

09 – Moreaki – Mt. Cook

Neben der Auffahrt zum Highway in Dunedin warte ich erstmal über eine Stunde. Ein Mann hält an, was ich zuerst gar nicht bemerke, deshalb steigt er aus und kommt zu mir rüber. Er könnte mich für 14 km mitnehmen. Das hält er allerdings für unsinnig, da dort kein guter Ort zum Trampen ist. Stattdessen nimmt er mich mit um die Ecke und etwas den Hügel hoch, kurz bevor der Highway beginnt. Hier fährt jetzt wirklich jeder raus aus der Stadt und tatsächlich werde ich hier nach nur wenigen Minuten mitgenommen. Von Cindy werde ich bis Palmerston mitgenommen und von ihr am Ortsende abgesetzt. Gerade als sie wegfahren will, hält sie nochmal an und gibt mir ihre Telefonnummer. Falls ich keine Mitfahrgelegenheit finde soll ich sie anrufen. Das ist allerdings nicht nötig, da ich fünf Minuten später von einem Arbeiter aus der Goldmine mitgenommen werde. Er fährt nach Oamaru und setzt mich bei den Moreaki Boulders ab. Ich lasse meinem Rucksack beim Parkplatz und laufe den Strand etwas ab, um einen Platz zum Schlafen zu finden. Nach einer Woche Stundentenleben will ich mal wieder raus und André, der Franzose aus den Caitlins, hat mir die Angst vor der 200 Dollar Strafe fürs Wildcampen genommen. Ich koche auf dem Parkplatz eine Packung Instantnudeln zum Abendessen und warte auf den Sonnenuntergang. Sobald es dunkel ist laufe ich den Strand runter und breite meine Isomatte und Schlafsack, etwas abseits vom Parkplatz und hinter etwas höherem Gras versteckt, aus. Nachts wache ich ein paar Mal auf und beobachte eine Zeit lang das Meer oder die Sterne. So richtig schlafen kann ich dann doch irgendwie nicht. Ich wache auch mit dem ersten Licht noch vor meinem Wecker auf, rolle meine Isomatte zusammen und hänge mir den Schlafsack erstmal nur um den Hals. Dann geht es auf die andere Seite vom Strand zu den Boulders. Während ich Fotos mache trocknet mein Schlafsack auf einem der Steine. Ein anderer Fotograf hat es auch früh aus dem Bett geschafft und der Strand gehört uns allein. Als das beste Licht verschwindet und ich meine Kamera wegpacke, kommen gerade die ersten Touri-Busse an. Gutes Timing um für mich zu verschwinden!

Vom Parkplatz gehe ich den kurzen Weg zur Straße hoch. Von dort versuche ich fünf Minuten lang eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Irgendwie habe ich aber keine Lust auf Warten und deshalb ziehe ich mir meine Schuhe an und laufe bis zur nächsten Ortschaft. Dort mache ich kurz vorm Ortsende eine kurze Trinkpause. Als ich mich umdrehe hält gerade ein Auto hinter mir. Der Typ grinst mich an und zeigt auf seinen Beifahrersitz. Ich laufe rüber zu ihm und er nimmt mich bis nach Oamaru mit. Ist auch besser so, denn es ist doch noch ein ganz schönes Stück. Er setzt mich im Ortszentrum neben dem Infocenter ab. Es gibt eine Pinguin Station in Oamaru, allerdings darf man sie nicht fotografieren, deshalb finde ich das dann doch wieder uninteressant. Ich setze mich also erstmal auf die Bank vorm Infocenter um zu frühstücken. Kurz darauf kommen zwei Deutsche an, die gerade mit dem Fahrrad durch Neuseeland radeln an und wir unterhalten uns etwas. Als sie weiter fahren laufe ich etwas durchs Ortszentrum. Eine Menge schöne, alte Gebäude gibt es hier und alle sind recht gut erhalten. Ich möchte allerdings nicht zu weit von meinem Rucksack weg, deshalb komme ich auch bald wieder zurück und deponiere ihn für zwei Dollar für ein paar Stunden im Infocenter. Danach mache ich mich auf eine kleine Fototour durch den Ort und schreibe den Bericht über Dunedin im Park. Kurz bevor ich den Rucksack abholen muss, mache ich mich dann noch auf die Suche nach einem Schlafplatz für heute Nacht und werde etwas weiter außerhalb fündig. Mit dem Rucksack warte ich dann im Park auf Sonnenuntergang damit ich rüber zum Opernhaus kann, da das in der Nacht, laut Mama, schön beleuchtet ist. Das ist allerding dann doch etwas schwerer zu fotografieren, da es nicht durchgängig beleuchtet ist, sondern das Licht die ganze Zeit wechselt. Auf dem Weg dorthin finde ich dann noch einen anderen Schlafplatz, zu dem ich dann später auch zurück gehe, da er zentraler ist. Dafür liegt er allerdings zehn Meter neben der Bahnlinie. Ich hoffe einfach, das nachts hier nicht so viel Verkehr ist und lege meine Isomatte zwische zwei Büsche. Nachts um Eins wach ich dann allerdings doch auf, da ein Güterzug durchrattert. Immerhin fährt er langsam und ich hab Ohrstöpsel drin, das heißt ich wach nur auf und bekomme keinen Herzinfarkt. Am nächsten Morgen stehe ich wieder vor Sonnenaufgang auf und laufe runter zum Hafen um mir den Sonnenaufgang anzuschauen. Als mein Schlafsack wieder einigermaßen trocken ist geht es dann zum Ortsausgang von wo ich versuche zum Mount Cook zu kommen.

Kaum habe ich den Rucksack abgesetzt werde ich auch schon vom dritten Auto mitgenommen. Zum ersten Mal von einem alleine reisenden Mädchen. Sie ist auf dem weg nach Christchurch und wir sind so in unsere Unterhaltung vertieft, dass ich komplett vergesse, dass ich ja eigentlich nach zehn Kilometern wieder raus muss. Bis ich das merke bin ich schon zwanzig Kilometer an der Abzweigung vorbei, also setzt sie mich an der nächsten Abzweigung Richtung Mount Cook ab. Dort werde ich auch nach kurzer Zeit vom mächsten Mädchen mitgenommen, die mich bis nach W############################# fährt. Dort bleibe ich dann aber erstmal für eine Zeit stecken. Das Problem: Jeder der aus dem Süden kommt nimmt den Highway 82 und aus dem Norden führt der Highway 8 über Timaru zu Mount Cook. Ich stecke genau dazwischen auf dem Highway 83 und deshalb warte ich wieder über eine Stunde, bis mich ein Farmer bis zu seiner Farm mitnimmt. Die ist allerdings noch immer 16 Kilometer vom nächsten Ort Kurow entfernt – der hat allerdings auch nur 500 Einwohner. Ich laufe also von dort, da ich eh schon lang keinen Verkehr mehr gesehen habe und versuche nebenher zu trampen. Ein paar Autos fahren vorbei, doch dann hält auch schon wieder eins an. Am Steuer sitzt Christian, der schon Dillan aus den USA aufgegabelt hat. Er bringt uns beide bis nach Kurow und wir beschließen zusammen weiterzutrampen. Allerdings warten wir in Kurow auch wieder recht lange. Wir kommen jetzt immer tiefer ins Hinterland und viele Autos kommen nicht mehr vorbei. Irgendwann nimmt uns allerdings doch jemand mit in die nächste Ortschaft und von dort etwas später auch jemand bis nach Omarama, wo sich unsere Wege auch schon wieder trennen. Er muss weiter nach Queenstown und biegt links ab und ich mache mich in die andere Richtung weiter nach Mount Cook. Am Ortsausgang treffe ich auf Lorenzo, der hier schon eine Weile wartet. Er ist auch aus Deutschland und möchte ebenfalls zum Mount Cook. Nach kurzer Zeit werden wir auch wieder aufgegabelt und bis zur letzten Abzweigung mitgenommen. Von hier geht es noch 65 Kilometer die letzte Straße runter. Es ist allerdings schon kurz vor Sonnenuntergang und die Autos werden weniger, daher freunden wir uns schonmal damit an hier zu übernachten. Das erste Auto fährt noch vorbei, das zweite hält dann aber an und wir kommen mit den zwei Engländern, die uns mitnehmen, genau bei Sonnenuntergang an. Nachdem die Zelte aufgebaut sind und das Abendessen fertig ist, setzen wir uns noch etwas zusammen. Es wird nach Sonnenuntergang aber so schnell kalt, das selbst zwei Pullis, eine Jacke, eine lange Hose und zwei Tassen Tee nichts mehr helfen. Die zwei Londoner sitzen sogar mit Wärmflasche und Decke in ihren Stühlen. Kurz nach zwölf hält es keiner von uns mehr aus und wir ziehen uns alle zurück. Im Schlafsack wird es allerdings auch nicht mehr viel wärmer, die Nacht wird also nicht die gemütlichste.

Am nächsten Morgen bin ich der Letzte, der aufsteht. Ich hätte allerdings noch etwas im Zelt liegen bleiben sollen. Die Sonne schafft es erst gegen Neun über die Berge und dann wird es innerhalb von wenigen Minuten wieder schlagartig warm. Bis ich es geschafft habe meine halbgefrorene Nutella auf mein Brot zuschmieren macht sich Lorenzo schonmal auf den Weg zum Berg hoch. Mount Cook direkt kann man nicht besteigen, aber es gibt einen anderen Berg von dem aus man dann rüberschauen kann. Ich folge Lorenzo etwas später und treffe ihn dann nach den 2200 Stufen beim Aussichtspunkt. Von hier könnte man noch über einen Track hoch zur Müller Hütte. Lorenzo bleibt allerdings lieber hier um noch etwas die Sonne zu genießen und ein Buch zu lesen. Genau in dem Moment kommt Victor die Stufen hochgestapft. Er ist zur einen Hälfte Engländer, zur anderen Deutscher, wohnt abwechseld in London und Dubai und kämpft sich jetzt hier durch Neuseeland Tracks. Ich trenne mich also von Lorenzo und folge Victor, der mit ordentlichem Tempo den Berg hochmaschiert. Er hat schon einige Sieben- und Achttages-Tracks hinter sich und ist dementsprechend etwas fitter als ich. Ich schaffe es aber trotzdem irgendwie an seinen Fersen zu bleiben. Der Track ist sehr interessant, da es kein typischer Wanderweg ist. Stattdessen geht es sehr viel über große Felsen und auf dem Weg nach oben gibt es auch ein paar Stellen an denen man ein kleines bisschen klettern muss. Oben angekommen haben wir einen super Blick auf Mount Cook und die umliegenden Gletscher und gönnen uns erstmal eine Pause. Danach noch ein paar Beweisfotos vor Mount Cook bevor es wieder runter geht. Victor lasse ich beim Aussichtspunkt zurück, da er dort vorher nur ganz kurz gestoppt hat und ich noch heute wieder weiter will. Bis ich alo die 2200 Stufen wieder unten bin und mein Zeug zusammen gepackt habe ist es schon wieder Sechs Uhr. Ich laufe trotzdem los. Nach der Wanderung bin ich nun irgendwie drin und fühle mich also könnte ich die ganze Nacht durchlaufen. Es sind allerdings auch wieder 65 Kilometer aus dem Tal raus und mein Knöchel fängt auf einmal an zu schmerzen. Ich laufe trotzdem weiter, da ich die Chance vor dem Campingplatz mitgenommen zu werden gering einschätze. Nach drei Kilometern komme ich wieder auf die Straße zurück, die auch zum Mount Cook Dorf führt und nach ein paar Metern mehr werde ich doch noch aufgegabelt. Drei Deutsche räumen ihr halbes Auto um, damit ich noch irgendwie reinpasse. Der Fußraum ist komplett voll und mein Rucksack liegt irgendwie quer auf mir. Nach einer Minute schläft mein Fuß ein, daher bin ich froh, dass wir schon bald einen Fotostopp machen. Danach nehmen sie mich noch bis zum Ende der Straße mit, biegen allerdings dann rechts nach Twizel ab. Ich will noch ein paar Fotos vom Mount Cook machen bevor das letzte Licht verschwindet, also setze ich an den Rand des Parkplatzes auf den Boden und montiere meine Kamera mit meiner großen Linse auf dem Stativ. Als ich meinen Polfilter aufschrauben will rutscht mir dieser aus der Hand und der Versuch ihn aufzufangen endet darin, dass ich meinem Stativ einen leichten Stoß gebe, welches natürlich nach vorne kippt. Den Filter hab ich trotzdem nicht fangen können und daher liegt jetzt beides auf dem Boden. Ich habe aber noch einigermaßen Glück und die Linsen sind nicht beschädigt, dafür hat das Gehäuse jetzt beim Gewinde vorne eine Delle. Das wars dann wohl erstmal mit Filtern aufschrauben! Etwas genervt über mich selbst packe ich zusammen und laufe noch etwas weiter, wo ich dann einen netten Punkt um mein Zelt aufzuschlagen finde. Es stehen schon einige Wohnmobile rum, ich bin mir aber trotzdem nicht sicher, ob man hier campen darf, daher baue ich das Zelt etwas abseits am Berg und von ein bisschen Gras geschützt auf. Gesehen hätte mich man wohl trotzdem und geschlafen habe ich auch schon besser, da ich die ganze Zeit mit meiner Isomatte den Berg runter gerutscht bin, bis mich das Zeltende aufgefangen hat. Vielleicht lerne ich ja diesmal was daraus!

Leave a comment

08 – Dunedin

Wir drei fahren also Richtung Dunedin. Die beiden fühlen sich noch recht jung und so wird die Fahrt recht unterhaltsam. In Dunedin setzen sie mich dann im Stadtzentrum ab. Erste Anlaufstelle ist wie immer das i-Site – das Informationszentrum. Campingplätze gibts hier mehrere allerdings eher außerhalb, was für mich ein einstündiger Fußmarsch wäre, deshalb entscheide ich mich für ein Backpackers gleich um die Ecke. Das kostet dafür auch 29 Dollar die Nacht. Dort lade ich dann erstal mein ganzes Zeug ab, schreibe Cleo – dem Mädchen, das ich in den Catlins getroffen habe – und Alex – meine Flughafenbekanntschaft – eine Nachricht, dass ich angekommen bin. Danach eine kleine Tour durchs Stadtzentrum. Bis zum Bahnhof und zurück. Dabei probiere ich zum ersten mal Fish&Chips, die es hier, wie in England, an jeder Ecke gibt.

Wieder im Backpackers pack ich erstmal meinen Laptop aus um ein paar Fotos zu bearbeiten. Wirklich Lust habe ich allerdings nicht darauf und deshalb bearbeite ich immer fünf Minuten Fotos und mach dann fünf Minuten Pause. Sehr produktiv! Der Tag geht auch so weiter. Ich hock weiterhin auf dem Sofa und schau den anderen Jungs beim Videospiele spielen zu. Irgendwann kommt dann mal eine Antwort von Cleo, dass sie gerade am Strand sind, und ob ich vorbeikommen mag. Allerdings ist es, als ich zum Wetter prüfen vor die Tür bin, draußen nicht mehr so warm und die ersten Wolken ziehen auch schon auf, deshalb entscheide ich mich dagegen und bleibe im Hostel. Den Rest des Abends verbringe ich also entweder vor meinem Laptop oder an der Spielekonsole. Nachts um Elf kommt dann die Nachricht von Alex, ob wir uns am nächsten Tag treffen wollen.

Am nächsten Morgen checke ich also nach meinem Frühstück und einer Dusche aus und mache mich auf den Weg durch die Stadt zum Uni-Campus. Dort warte ich dann einige Zeit, da ich schon um zehn Uhr auschecken muss, wir uns allerdings erst um zwölf treffen. Ich vertreib mir die Zeit mit ein paar Dehnübungen und höre Musik. Als er um viertel nach zwölf immer noch nicht da ist, schreibe ich ihm eine Nachricht. Die Antwort kommt recht flott. Er ist gerade erst aufgestanden und macht sich gleich auf den Weg – hartes Studentenleben! Kurze Zeit später holt er mich also ab – ich saß auf der falschen Seite des Campus – und nimmt mich mit zur WG. Ich werde erstmal zwei von den fünf Mitbewohnern vorgestellt. Danach gehen wir beide Kaffee trinken. Später kommen dann auch noch Judith und Liliane, die zwei Mädels, die ich im Flugzeug kennengerlernt habe, dazu. Sie haben mir auch in der Nacht geschrieben, dass sie heute in Dunedin ankommen und gefragt, ob wir uns treffen wollen. Alex muss zurück zur Uni und deshalb laufe ich etwas mit den anderen beiden durch die Gegend. Wir sollen um fünf Uhr zurück sein, da ist nämlich ein kleines Grillfest zwei Häuser weiter für die eine Straßenseite der Uni-Wohnungen. Wir kommen allerdings etwas zu spät, da die Mädels Moritz wieder treffen, mit dem sie auch schon eine Woche gereist sind, und trauen uns kaum in den Garten, da wir Alex nicht gesehen haben. Wir habens dann allerdings doch geschafft. Auf der Party treffe ich dann auch noch Cleo – wie klein Neuseeland doch mal wieder ist. Alex hat schon beim Kaffee zu mir gemeint, dass er auch eine Cleo kennt, als ich ihm die Geschichte erzählt habe. Die Grillparty ist dann auch schnell wieder vorbei. Cleo bietet den Mädels an, dass auch eine bei ihnen schlafen kann, wenn sie sich aufteilen und dass sie bei ihnen duschen können und danach machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur eigenen WG. Wir standen jetzt nämlich alle im Vorgarten einer anderen WG, von der keiner mehr da war. Alex bietet den Judith und Liliane an, dass sie auch in seinem Zimmer schlafen können, und er in der Nacht bei einer Freundin übernachtet. Wir liegen also heute Nacht zu dritt in seinem Zimmer und haben es geschafft ihn zu vertreiben :D.

Am Tag darauf gehen die Mädels in den Botanischen Garten. Ich räume etwas die Küche auf und schlender dann ein wenig durch die Stadt. Als ich zurück komme sitzt Moritz am Küchentisch. So langsam wirds hier voll! Moritz bleibt noch ein wenig länger in Dunedin, schläft allerdings vorm Haus in seinem Auto und die anderen beiden hauen nach dem Mittagsessen hab. Am Nachmittag kommt Alex zurück und wir gehen zusammen zum Grillfest auf der anderen Straßenseite, das dieses Mal etwas besser ist, allerdings eigentlich gar nicht für uns bestimmt ist. Am Abend gehts dann mit Maddie – Alex’ amerikanischen Mitbewohnerin – und Moritz in eine Bar zur Quiznacht. Ich kann allerdings im ganzen Quiz gerade mal vier Fragen beantworten, da es mehr für Neuseeländer ist.

Mittwoch waren wir dann am Long Beach. “Long” wahr warscheinlich auf die Entfernung bezogen, denn von Dunedin brauchen wir mit dem Auto über eine Stunde. Der Strand war ein schöner Sandstrand mit ein paar kleinen Höhlen in den Klippen. Hier kann man bestimmt auch schön übers Wochenende bleiben. Wir versuchen etwas die Felsen hochzuklettern, allerdings wollen wir dann ohne Seil doch nicht ganz nach oben. Schade, dass wir keine Ausrüstung hatten! Kurz vor der Rückfahrt springen wir dann alle nochmal ins Wasser, obwohl es eiskalt war. Gruppenzwang halt :D. Noch ein paar Gruppenfotos und es geht zurück nach Dunedin.

Die nächsten Tage ist dann nicht mehr sooo viel passiert. Am Donnerstag waren wir feiern. Allerdings nicht in der Stadt, sondern von WG zu WG. Da wir schon um Sieben angefangen haben bin ich auch schon wieder um halb Elf daheim gewesen. Freitag war dann Erholung angesagt. Maddie und ich wollten noch in die Cadbury Schokoladenfabrik, aber wir hatten die letzte Tour schon verpasst und die nächste Tour in der Speights Brauerei war zu spät, da Maddie zum Rugby-Spiel ging. Ich hab vom Spiel leider zu spät mitbekommen und war stattdessen abends ne Runde joggen. Samstag wurde dann mal wieder Wäsche gewaschen. Es hatte sich schon einiges angehäuft und ich hatte eine Waschmaschine zur Verfügung. Danach ging es mit Maddie zum Tunnel Beach. Das liegt auch wieder außerhalb von Dunedin und zu Fuß haben wir dreieinhalb Stunden gebraucht. Dort dann angekommen geht es erstmal steil den Berg runter zu den Klippen und dort führt dann ein angelegter Tunnel durch den Fels runter zum Strand. Daher kommt auch der Name. Wir machen ein paar Fotos, gehen aber diesmal nicht ins Wasser – mein Handtuch war noch nicht trocken und wir hatten auch nicht so viel Zeit. Auf dem Rückweg wollten wir dann den Bus nehmen, wir hatten ihn aber grade um zehn Minuten verpasst und der nächste fuhr in einer Stunde, also beschlossen wir uns schonmal ein Stück zu laufen. Allerdings haben wir nicht die selbe Route wie der Bus genommen und somit sind wir an keiner passenden Bushaltestelle mehr vorbeigekommen und bis nach Hause gelaufen. Unterwegs zogen dann Wolken auf und es wurde richtig kalt und windig. Ich war natürlich nur im T-Shirt unterwegs. Sonntag hat es dann den ganzen Tag geregnet, also war ich nur mal morgens joggen und ansonsten in der Wohnung. Sonntag war St. Patrick’s Day und daher mal wieder Party in einer WG zwei Häuser weiter angesagt. Alex kam etwas später, da er das ganze Wochenende mit dem Wanderverein der Uni unterwegs war und ist dann auch recht früh gegangen. Ich bin diesmal etwas länger geblieben und es war auch ein ganz lustiger Abend. Am Montag hab ich mir dann Mittags die Schokoladenfabrik angeschaut. Leider war während meiner Tour gerade Schichtwechsel und deshalb liefen die Maschinen nicht. Während der Tour gab es ein paar Kostproben. Das war es dann aber auch. Fotos durfte man leider keine machen. Am Abend ging es dann rüber in die Speights Brauerei. Davor war ich nochmal zu Hause den Schokoladengeschmack ausspülen. Die Tour war sehr interessant und der Führer wirklich sehr genial. Es hat richtig Spaß gemacht ihm zuzuhören. Natürlich waren die 30 Minuten Biertesten am Ende der Tour auch nicht schlecht 😉 Ich hab mich danach noch etwas mit einer Deutschen unterhalten und mich auf den Heimweg gemacht. Am letzten Tag in Dunedin bin ich nochmal durch die komplette Stadt gelaufen, da mir aufgefallen ist, dass ich kaum ein Foto hatte, da ich meine Kamera nie dabei hatte. Dann zu Hause alles zusammengepackt und mich um halb Vier verabschiedet. Um fünf Uhr Abends stand ich dann wieder am Straßenstrich um Dunedin nach über einer Woche den Rücken zuzuwenden.

Leave a comment

06 – Invercargill – Catlins

Auf dem Campingplatz unterhalt ich mich dann mit dem Typ von nebenan, der sein Zelt allerdings schon wieder abbaut um weiterzuziehen. Schade, denn er war eigentlich ganz nett. Ich bau nebenher mein Zelt auf, geb mir Mühe damit, da es sehr windig ist und nutze auch zum ersten Mal die Abspannleinen. Als ich damit zufrieden bin, erkunde ich kurz den Campingplatz und laufe dann zum nahegelegenen Supermarkt. Mal wieder ein größerer, da Invercargill mit ca. 40 000 Einwohner eine mittelgroße Stadt ist. Ich kauf mal wieder etwas mehr ein und gönn mir auch ein paar Kekse, Billig-Nutella, komische Müsliriegel und ein große Flasche Saft. Danach zum Campingplatz zurück, eine größere Runde joggen, und danach nochmal in die Stadt um Ohrstöpsel zu finden, da es immer noch stark windet. Allerdings ohne Erfolg. In den Supermärkten haben sie keine und die Apotheken haben schon zu. Eine Verkäuferin wollte mir ein paar geben, die sie im Lager verwenden, allerdings waren die auch alle weg. In der Nacht schlaf ich dementsprechend nicht wirklich gut. Das Rauschen der Bäume ist zu laut. Mein Zelt ist nicht so das Problem.

Am nächsten Morgen kommt dann auch noch Regen dazu. Mein Zelt würde ich am liebsten gar nicht verlassen. Dennoch überwind ich mich, zieh meine Regenjacke und mach ich auf eine Tour durch die Stadt. Einmal über die Hauptstraße, dann im Elektroladen nochmal versucht an einen Handyakku zu kommen – ohne Erfolg – und dann noch Ohrstöpsel besorgt. Danach kehr ich zum Campingplatz zurück und mach es mir in der Lounge mit meinem Computer gemütlich. Am Mittag zieht es auf und ich mach mich nochmal auf eine Tour durch die Stadt, die eine Mischung aus schönen historischen Häusern und hässlichem Industrie und Betonbau bietet. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Alleine ist es hier auf jeden Fall extrem langweilig. Ich denk nochmal drüber nach, nach Stewart Island zu gehen, da es dort schön sein soll, aber die Fähre darüber kostet 140 Dollar und bis zur Fähre müsste ich dann nochmal nen Bus für über 20 Dollar nehmen. Dass ist mir dann doch zu teuer. Also entschließ ich mich am nächsten Tag aufzubrechen. Das Wetter ist anfangs noch schön, ändert sich aber recht schlecht wieder in ein dickes grau. Ich erkundige mich auf der Karte nochmal, welche Straße zu den Catlins führt uns laufe dann dorthin. Auf dem Weg mache ich halt bei einem Supermarkt und kauf mir nochmal einen Saft. Als ich weiter will, merke ich, dass der Kugelkopf von meinem Stativ fehlt. Na super! Also den ganzen Weg zum Campingplatz ohne Rucksack zurück, allerdings nichts gefunden. Auch auf dem Campingplatz nicht. Auf dem Rückweg zum Supermarkt finde ich ihn dann doch noch am Straßenrand liegen. Wie er da nur hinkommt! Egal … ich bin froh meinen Kugelkopf wieder zu haben und verstau ihn diesmal im Rucksack und zieh dann weiter zum Ortsausgang. Der such ich mir eine schöne Stelle. Die Straßen in Invercargill sind ehr breit, also kann man hier super anhalten. Viele Autos kommen aber nicht vorbei und wenn, dann halten sie nicht an.

In der Zwischenzeit kommt ein Arbeiter von der Baustelle gegeüber rüber und meint, dass er mich nicht enttäuschen wolle, aber dass nicht viele Leute in die Richtung fahren, weil da nur noch ein paar kleine Dörfer kommen und ich es doch vielleicht lieber an der Hauptstraße versuchen solle. Ich entschließe mich trotzdem noch zu warten. Ich hab ja Zeit. Im Notfall gehts zum Campingplatz zurück. Nach einiger Zeit hält ein junger Kerl an und fragt wohin ich will. Ich nenn ihm den Namen der nächsten Ortschaft. Kennt er nicht. Wohin er denn hinfährt, möchte ich wissen. “Einfach die Straße runter”. Na dann müsste er doch da vorbeifahren! ich frag nochmal, wohin er GENAU fährt. “Die Straße runter und die nächste links”. Super! Das sind 500 Meter! Und warum hält er dann an?! Ich lehne dankend ab und warte weiter. Nach mehr als einer Stunde hält dann ein weiteres Auto an. Eine Chinesin, etwas verplant, auf dem Beifahrersitz eine Karte der Catlins liegen. Da will ich ja auch hin. Ich frag sie, wo sie hin möchte. Sie ist sich noch nicht ganz sicher, aber erstmal die Straße runter, also steig ich ein.

Leave a comment

05 – Te Anau

Am Campingplatz angekommen schlag ich mein Zelt auf und lauf erstmal in den nahegelegenen Supermarkt um mir etwas zu Essen zu kaufen. Zurück in der Küche des Campingplatzes schauen mir ein paar Deutsche über die Schulter. Ich hör “Lecker” und ein “I like it”, das zu mir gerichtet war. “Ich auch”, mein ich und bekomme die verblüffende Antwort “Nanu, ein Deutscher!”. Wie ein Deutscher? Hier sind doch überall Deutsche! Fast mehr Deutsche als Neuseeländer, aber das ist den zwei Damen und zwei Herren wohl noch nicht aufgefallen.

Nach dem Essen geht es wieder zum Infocenter um zu erfahren, was man hier so machen kann. Viel anbieten können sie mir allerdings nicht. “Milford?”, da war ich schon. Dann bleiben also nur die Glühwürmchen Höhlen oder der Kepler Track. Da mir die Höhlen irgendwie recht touristisch aussahen, man keine Bilder machen darf und die Fähre auch wieder 75 Dollar kostet, entscheide ich mich für die sportlichere Variante: Tagestour auf dem Keplertrack. Am Abend renn ich dann noch mehrere Male durch den Ort. Einmal zum Supermarkt für Abendessen und Frühstück, einmal gibts einen Milchshake und einmal nochmal zum schon geschlossenen Infocenter. Danach werden in der Lounge des Campingplatzes noch Laptop und Handy aufgeladen, während ich die Bilder von meiner Kamera auf den Computer importiere.

In der Nacht schlaf ich nicht so gut. Ich wach oft auf und schlaf dann weiter, da direkt nebenan die Hauptstraße vorbeigeht. Irgendwann steh ich dann auf, da ich ja auf den Kepler Track wollte. Ich dachte es wäre schon fast zu spät dazu,dreh mich um und schau an meine Zeltdecke. Von der Sonne wurde ich definitiv nicht geweckt. Toll auch noch schlechtes Wetter! Doch als ich das Zelt öffne fällt mir auf, dass gerade erst Sonnenaufgang ist, also der ganze Tag noch vor mir liegt. Ich steh auf, frühstücke ein Stück Baguette und mach aus dem Rest mein Vesper für den Track. Sieben bis Acht Stunden sollen es vom Beginn bis zur ersten Hütte und zurück sein. Dazu kommen die fünf Kilometer Fußweg bis zum Anfang des Tracks. Also neun bis zehn Stunden. Ich laufe recht zügig los, schließlich möchte ich nur ungern im dunkeln zurücklaufen und da ich nur mein Vesper, eine Flasche Wasser und meine Kamera im Gepäck habe geht das auch recht gut. Nach einer Stunde komm ich am Anfang des Tracks an. Von dort sind es laut Schild eineinhalb Stunden bis zur Brod Bay. Ich ziehe etwas ein Drittel ab. Erstens weils die Touri-Zeiten sind und zweitens, weil es für Leute mit Rucksack ausgelegt ist.

Bis zur Brod Bay ist es etwas weniger als eine Stunde. Der Weg ist recht flach und geht nur ab und zu auf und ab. Alles durch den Wald. Über mir hör ich immer wieder jede Menge Vögel und die Bäume, die wie eine alte Tür knarzen, wenn sie vom leichten Wind bewegt werden. Ab der Brod Bay geht es dann langsam bergauf. Ich möchte nicht nur zu der Hütte, wie mir vorgeschlagen wurde, sondern ganz hoch bis zum Gipfel, der etwas hinter den Hütten liegt. 1 200 Höhenmeter liegen vor mir. Nach einiger Zeit erreich ich auch schon die Baumgrenze auf ca. 1 000 m über NN. Dort genieß ich dann die Aussicht und nehm eine kleine Stärkung zu mir. Allerdings nicht lang, denn ich möchte ja weiter zum Gipfel. Von dort an geht es wieder etwas bergab zu der Hütte und dann ganz nach oben zum Gipfel. Der Gipfel liegt etwas abseits vom Kepler Track, allerdings nur zehn Minuten. Oben auf fast 1 5000 Metern angekommen mach ich dann Pause. Ich genieß mein Vesper und die Aussicht und nehm ein paar Beweisfotos (ein ist ja schon im facebook :P). Viereinhalb Stunden waren es bis hier hoch. 22 Kilometer und 1 200 Höhenmeter. Und das musste ich jetzt wieder runter. Ich hoffe, dass ich etwas schneller bin.

Auf dem Weg zwischen Gipfel und Hütte kommen mir ein paar Hüttenbesucher entgegen und fragen mich, wie weit es noch ist. Nach der Hütte treffe ich viele Wanderer mit Rucksack wieder, die ich davor alle überholt habe. Das Stück durch den Wald kommt mir dann aber ewig vor. Meine Füße fangen an zu schmerzen und ich merke, dass ich hinten Blasen bekomme. Bergab ist halt irgendwie doch nicht einfacher als bergauf. Irgendwann spür ich dann auf mein rechtes Knie und ich bin mir als froh, als ich endlich am Ende ankomme. Von hier ist es allerdings immer noch eine Stunde bis nach Te Anau, aber immerhin mal wieder ein Anhaltspunkt. Ich bin mehr als glücklich, als ich dann am Campingplatz ankomme. Erstmal auf den Schuhen raus und eine Dusche nehmen. Danach wieder ein paar Fotos auf den Computer kopieren und danach ab ins Bett.

Am nächsten Morgen steh ich in aller Ruhe auf, frühstücke, pack alles zusammen, und frag an der Rezeption nochmal nasch, welche Straße wohl besser ist um nach Invercargill zu trampen. Danach mach ich mich auf zum Ortausgang. Dort wartet allerdings schon ein anderer Tramper. Gerade als ich ankomme hält jemand an. Er hat aber nur Platz für einen. Ich meine zum anderen noch: “Mal schauen, wer zuerst in Invercargill ankommt” und ich warte dann auf den nächsten. Nach kurzer Zeit werde ich auch schon aufgegabelt. Natürlich von einem Deutschen. Wir unterhalten und viel und so kommen wir auch schon bald in Mossburn an, wo er mich absetzt. Er möchte nämnlich weiter nach Queenstown. In Mossburn gibt es nicht viel. Ein kleines Nest halt mal wieder. Ich warte am Ortsausgang, kurz vor mir geht die Straße nach Queenstown ab und da fahren leider auch die meisten hin.

Nach einer Stunde werde ich dann doch mitgenommen. Robin, eine nette Dame aus neuseeland hält mit ihrem kleinen Suzuki Swift an. Sie fährt bis nach Invercargill. Perfekt! Wir unterhalten uns während der Fahrt. Sie erzählt mir, dass sie normalerweise keine Tramper mitnimmt, aber heute war irgendwie ein schöner Tag. Glück für mich! In Winston halten wir an und sie lädt mich sogar zu einem Kaffee ein. Am Ortsausgang treffen wir dann sogar wieder auf den anderen Tramper, den ich schon in Te Anau getroffen hab. Von dort geht es dann weiter nach Invercargill. Sie erklärt das, an dem wir vorbeifahren immer etwas. Danach fährt sie mich sogar noch zum Infocenter und von dort zum Campingplatz und wollte sogar noch ihre Nummer da lassen, falls ich irgendwie Hilfe brauche. Ich bedanke mich und als sie wusste, dass ich hier bleiben werde fährt sie dann doch wieder nach Hause. Der Campingplatz ist recht zentral etwas günstiger als die anderen, aber trotzdem recht gemütlich und wird von einem älteren Ehepaar geführt.

Leave a comment