- April:
Früh morgens warte ich noch bis die Postzentrale in Wellington aufmacht. Beim ersten Anruf wird mir gesagt, dass ich es später nochmal versuchen soll, aber auch beim zweiten Versuch ist noch kein Paket für mich angekommen. Also gebe ich die Hoffnung auf und mache mich auf den Weg zum Tongagiro National Park. Der Weg dorthin ist allerdings noch lang und schon von weitem sehe ich, dass dicke Wolken über den Bergen hängen. Ich informiere mich in einem kleinen Ort vor dem National Park und die Dame informiert mich darüber, dass ich schon etwas spät bin, der Parkplatz geschlossen wird, wenn er voll ist und dass dann nur noch Shuttles fahren. Ich möchte mein Glück trotzdem versuchen, da ich keine Zeit habe um bis morgen zu warten, zumal das Wetter auch nicht besser werden soll. Die Schotterstraße zum Parkplatz ist schon gesperrt, dennoch fahre ich weiter. Parkplaätze sollte es ja jetzt wieder genug geben! Obwohl schon nach drei Uhr ist, fange ich den Track noch an, der eigentlich als Tagesmarsch gedacht ist. Nach einer Stunde habe ich das erste flachere Stück hinter mir. Vor mir liegt jetzt der steilste Teil. Ich schaue mir am Fuß der ersten Treppe nochmal eine Karte mit Höhenprofil an, dabei holt mich ein Ranger wieder auf. Er sammelt Müll auf und schaut, ob auf den ersten fünf Kilometern noch Leute auf dem Weg sind. Mich warnt er, dass ich nicht mehr so weit laufen soll, da oben sehr schlechtes Wetter ist und es bald dunkel wird. Zudem wird es diese Nacht sehr kalt und die Schneefallgrenze liegt bei 2000 Metern – also gerade einmal 100 Meter über der höchsten Stelle. Bis zum fünften Kilometer helfe ich ihm noch etwas beim Müll aufsammeln und entscheide mich dann noch ein kleines Stück weiterzulaufen. Je höher ich komme, desto schlechter wird die Sicht. Bald sind es nur noch knapp zwanzig Meter und ich beschließe umzudrehen. Genau in diesem Moment fängt es auch in Strömen an zu schütten. Dazu kommt ein eisiger Wind. Ich lege einen Zahn zu um wieder vom Berg runterzukommen. Nach ein paar Minuten ist meine Hose klatschnass und auch meine Regenjacke hält dem Regen nicht Stand. Nach eineinhalb Stunden komme ich dann komplett durchnässt ans Auto zurück und wärme mich erstmal auf. Meinen Plan heute auf einen DOC Campingplatz zu gehen streiche ich angesichts des Regens auch. Stattdessen fahre ich nach Sonnenuntergang noch nach Taupo und schlafe dort wieder in meinem Auto.
- April:
Auch am nächsten Tag in Taupo regnet es noch. Als es etwas aufhört drehe ich eine kleine Runde durch den Ort. Allerdings haben die meisten Läden noch geschlossen also frühstücke ich erst einmal, drehe dann eine weitere Runde durch den Ort und sitze dann den regnerischen Morgen in der Bücherei am Laptop aus. Mittags als es aufgehört hat zu regnen fahre ich zum Fluss, der durch Taupo fließt, an eine Stelle, an der eine heiße Quelle in den Fluss fließt. Das hätte ich auch morgens im Regen machen können! Das Wasser, das den kleinen Bach runter kommt ist richtig heiß und man kann es in ein paar kleinen natürlichen Pools genießen. Je näher man in Richtung Fluss geht, desto mehr vermischt sich das Wasser und desto kälter wird es auch. Ich genieße das natürliche Thermalbad für einige Zeit, gönne mir danach noch eine warme (!!) Dusche mit meinem Wassersack und fahre dann weiter zu den Huka Huka Falls, die etwas weiter flussabwärts liegen. Hier wird das ganze Wasser des Flusses in einen recht kleinen Kanal gepresst und kommt am Ende bei den Huka Huka Falls richtig rausgeschossen, was recht beeindruckend ist. Nach den Wasserfällen mache ich mich auf die kurze Fahrt ins 70 Kilometer entfernte Rotorua, das dafür bekannt ist, dass man es riecht lange bevor man dort ist. Und so ist es auch. In den Straßen Rotoruas liegt ein ordentlicher Schwefelgeruch, an den man sich allerdings recht bald gewöhnt. Die eigentliche Touristenziel liegt allerdings außerhalb von Rotorua: Das Thermal Wonderland. An dem bin ich auf dem Weg von Taupo schon vorbeigefahren, allerdings war der letzte Einlass für heute schon vorbei. In Rotorua selbst laufe ich noch etwas über einen kleinen Straßenmarkt und durch ein paar Shops bevor ich mich nochmal in die Bücherei setze und es danach wieder in einer Seitenstraße ins Bett geht.
- April:
Am nächsten Morgen geht es früh raus in Richtung Thermal Wonderland, das 30 Kilometer außerhalb von Rotorua liegt. Kurz davor biege ich noch zum Mud Pool, einem großen, kochenden Schlammpool, ab. Daher komme ich auch etwas spät im Thermal Wonderland an und bin etwas in Eile, um dem Geysier, der etwas außerhalb liegt, um 10:15 Uhr beim Wasserspucken zuzuschauen. Dennoch schaffe ich innerhalb einer Stunde alle “Attrraktionen” zu sehen und ein paar Fotos zu machen. Von blubbernden Schlammlöchern, über dampfende Seeen bis hin zu giftgelben Wasserlöchern. Nach dem Geysierausbruch, der nicht wirklich lange dauert, warte ich noch etwas bis die ganzen Touristenbusse abgefahren sind und manche mich auf den langen Wer zur Coromandel Halbinsel, die 350 Kilometer weiter nördlich liegt. Auf dem Weg nehme ich am Ende einer kleinen Stadt einen Tramper mit und fahre mit ihm bis in sein Örtchen, das nicht weit von meinem Ziel, dem Hot Water Beach, entfernt ist. Hier mache ich Mittag, da es ganz nett ist und schaue danach noch beim Infocenter vorbei. Eine nette alte Dame erzählt mir, dass man zum Hot Water Beach nur kurz vor und nach Ebbe kommt und die erst wieder um neun Uhr Abends ist. Also habe ich noch jede Menge Zeit. Sie empfiehlt mir einen kleinen Aussichtspunkt im Ort und ein kleines Café am Ufer. Und so genieße ich erst die Aussicht und gönne mir dann einen Eiskaffee. Danach fahre ich zum Hot Water Beach und warte ab drei Uhr auf die Ebbe. Die legt nämlich zwei heiße Quellen direkt am Strand frei. Während ich warte, komme ich mit ein paar Deutschen ins Gespräch, die gerade angekommen sind und später wieder kommen wollen. Gegen sechs wird es dunkel, trotzdem spülen immer noch Wellen über den Sand unter dem die Quellen verborgen sind. Eine halbe Stunde später komme ich wieder und plötzlich steht eine große Menschenmasse am Strand, als ob gerade ein paar Touristenbusse angekommen wären. Ein paar Meter entfernt von der Quelle bei der ich dauernd stand, liegt die zweite Quelle, die weiter vom Wasser entfernt ist und wo daher schon einige fleißig am Löcher ausheben sind. Ich treffe zwei Surfer wieder, mit denen ich davor schon auf dem Parkplatz gesprochen habe und wir buddeln unser eigenes Loch geschützt von einer großen Sandmauer. Lange hält die allerdings nicht, da der Sand immer wieder nachrutscht und von außen die Wellen versuchen reinzukommen. Dennoch macht es rießig Spaß sich sein Loch zu buddeln und zwischendrin das warme Wasser zu genießen und dabei den klaren Sternenhimmel zu beobachten. Als es auf einmal anfängt zu regnen wird es ziemlich schnell leer und ich kann nach einiger Zeit das warme Wasser komplett alleine genießen. Als die Flut so langsam wieder kommt räume auch ich den letzten Pool und kehre zum Auto zurück. Kurz darauf kommen die Hamburger zurück, also gehen wir nochmal zusammmen zum Strand. Wir feiern noch etwas gemütlich zu Dritt den Geburtstag von Hanno und ich bekomme letztendlich noch ein Schlafplatzangebot in ihrer 6-Personen-Hütte, das ich annehme.














