Im Hostel hatte ich das ganze Zimmer für mich alleine, auch mal ganz angenehm. Bevor ich auschecke laufe ich nochmal die Läden nebenan ab, aber außer einem Sportladen interessiert mich nichts wirklich. Um zehn Uhr gebe ich dann den Schlüssel ab und mache mich mal wieder in Richtung Ortsausngang. Dort warte ich dann wieder einige Zeit, aber das macht mir nichts, da ein schöner Tag ist. Ein Mann hält an. Das ganze Auto ist voll, auf dem Dach hat er ein Boot. Er kommt gerade vom Fischen und fährt bis kurz vor Blenheim. Bis dahin nimmt er mich mit. Da er aber auch auf einem Bauernhof wohnt, werde ich vor der nächsten Ortschaft abgesetzt. Dort warte ich erst mal ein bisschen, ich entscheide mich aber doch ein Stück weiter zu laufen. Ein paar Kilometer weiter finde ich dann eine große Fläche neben der Straße, auf der man sehr gut anhalten kann, auch wenn man mit 100 km/h den Highway runtergefahren kommt. Und schon nach kurzer Zeit werde ich von einem jungen Mädchen, die knapp hinter mir eine Querstraße runter kam, bis nach Blenheim mitgenommen. Wir fahren einmal durch die Ortschaft und danach zurück zum Infocenter. Ich entscheide mich eine Nacht zu bleiben, da Blenheim etwas größer aussieht, und nehme mir einen Zeltplatz bei einem Hostel. Von dort starte ich erstmal in Richtung Infocenter, da ich gerade viel über die letzten zwei verbleibenden Wochen in Neuseeland nachdenke und überlege in der letzten Woche noch die Nordinsel zu erkunden. Um schneller voranzukommen möchte ich mir also einen Mietwagen holen. Das hat sich allerdings recht schnell erledigt! In Blenheim gibt es keinen Anbieter, der Autos an Personen unter 21 vermietet.
Ich möchte mein Glück nochmal in Nelson versuchen, also packe ich am nächsten Morgen früh mein Zelt zusammen und mache mich in Richtung Ortsausgang. Dort werde ich nach einiger Zeit von einer Frau bis in die Ortschaft, in der die Straße nach Nelson abgeht mitgenommen und von dort komme ich auch schnell wieder weg und werde auf halben Weg nach Nelson wieder in einem wirklich kleinen Örtchen abgesetzt. Obwohl hier nicht der beste Fleck zum Trampen ist komme ich doch bald weiter bis nach Nelson. Wir unterhalten uns über meine Pläne über die nächsten Tag und ich komme zu dem Schluss, dass ich auf der Südinsel doch kein Auto mehr brauche, da ich eh den Abel Tasman Track machen möchte. In Nelson werde ich direkt vor dem iSite abgeladen und dort verbringe ich auch erstmal einige Stunden, da ich jetzt hier alles planen möchte. Ich buche meine Campingplätze im Abel Tasman National Park, den Busse, die mich zum Beginn des Tracks fahren und vom Ende abholen und meinen Fallschirmsrpung. Und es klappt zeitlich sogar alles wie ich es mir vorstelle! Einen Teil meines Gepäcks lasse ich in einem Hostel in Nelson. Danach geht es nochmal in den Supermarkt, bevor ich auch schon für meinen Skydive abgeholt werde. Von Nelson geht es weiter nach Motueka. Hier geht es dann um vier Uhr los. Zuerst etwas Papierkram, dann warten bis der Rest ankommt und zuletzt ein paar Sicherheitsanweisungen. Kurze Zeit später stecke ich auch schon in meinem hocherotischen Anzug mit Dauergrinsen im Flieger auf dem Weg zu 16 500 Fuß (5,5 Kilometer) Sprunghöhe. Die letzten Anweisungen im Flugzeug bevor die Tür aufgeht. Zuerst springt ein Mädchen alleine, danach die zwei anderen Tandems mit Kameramann. Ich bin mit meinem Tandemmaster und Kameramann also ganz alleine im Flugzeug. Mit ein paar Schwüngen geht es rüber zur Tür, der Tandemmaster sitzt auf der Kante des Flugzeuges, mein Arsch hängt 16 500 Fuß über dem Boden. Mir gehen zwei Gedanken ziemlich gleichzeitig durch den Kopf: “Warum mach ich das eigentlich?!” und “Verdammt, wird das geil!”. Danach noch zwei kurze Wippbewegungen und mit der dritten geht es raus aus dem Flugzeug, dem Boden mit 200 Sachen entgegen. Ein Wahnsinnsgefühl! Nach gefühlten zehn Sekunden (in Wahrheit waren es 70) öffnet sich der Fallschirm und wir gleiten gemütlich dem Boden entgegen. Unten werden wir bereits vom Team empfangen. Danach geht es raus aus dem Anzug, ich bekomme meine Beweis-DVD und werde zum nächsten Hostel gefahren.
Dort wird erstmal das Zelt aufgebaut. Dabei bricht mir dummerweise die Zeltstange, aber zum Glück habe ich eine Reparaturhülse dabei. Hoffen wir, dass es bei einem Bruch bleibt! Danach geht es nochmal schnell in den Supermarkt um eine Kleinigkeit fürs Abendessen zu kaufen und nach dem Kochen geht es dann auch ins Bett, da ich am nächsten Tag früh auf den Bus muss.