08 – Dunedin

Wir drei fahren also Richtung Dunedin. Die beiden fühlen sich noch recht jung und so wird die Fahrt recht unterhaltsam. In Dunedin setzen sie mich dann im Stadtzentrum ab. Erste Anlaufstelle ist wie immer das i-Site – das Informationszentrum. Campingplätze gibts hier mehrere allerdings eher außerhalb, was für mich ein einstündiger Fußmarsch wäre, deshalb entscheide ich mich für ein Backpackers gleich um die Ecke. Das kostet dafür auch 29 Dollar die Nacht. Dort lade ich dann erstal mein ganzes Zeug ab, schreibe Cleo – dem Mädchen, das ich in den Catlins getroffen habe – und Alex – meine Flughafenbekanntschaft – eine Nachricht, dass ich angekommen bin. Danach eine kleine Tour durchs Stadtzentrum. Bis zum Bahnhof und zurück. Dabei probiere ich zum ersten mal Fish&Chips, die es hier, wie in England, an jeder Ecke gibt.

Wieder im Backpackers pack ich erstmal meinen Laptop aus um ein paar Fotos zu bearbeiten. Wirklich Lust habe ich allerdings nicht darauf und deshalb bearbeite ich immer fünf Minuten Fotos und mach dann fünf Minuten Pause. Sehr produktiv! Der Tag geht auch so weiter. Ich hock weiterhin auf dem Sofa und schau den anderen Jungs beim Videospiele spielen zu. Irgendwann kommt dann mal eine Antwort von Cleo, dass sie gerade am Strand sind, und ob ich vorbeikommen mag. Allerdings ist es, als ich zum Wetter prüfen vor die Tür bin, draußen nicht mehr so warm und die ersten Wolken ziehen auch schon auf, deshalb entscheide ich mich dagegen und bleibe im Hostel. Den Rest des Abends verbringe ich also entweder vor meinem Laptop oder an der Spielekonsole. Nachts um Elf kommt dann die Nachricht von Alex, ob wir uns am nächsten Tag treffen wollen.

Am nächsten Morgen checke ich also nach meinem Frühstück und einer Dusche aus und mache mich auf den Weg durch die Stadt zum Uni-Campus. Dort warte ich dann einige Zeit, da ich schon um zehn Uhr auschecken muss, wir uns allerdings erst um zwölf treffen. Ich vertreib mir die Zeit mit ein paar Dehnübungen und höre Musik. Als er um viertel nach zwölf immer noch nicht da ist, schreibe ich ihm eine Nachricht. Die Antwort kommt recht flott. Er ist gerade erst aufgestanden und macht sich gleich auf den Weg – hartes Studentenleben! Kurze Zeit später holt er mich also ab – ich saß auf der falschen Seite des Campus – und nimmt mich mit zur WG. Ich werde erstmal zwei von den fünf Mitbewohnern vorgestellt. Danach gehen wir beide Kaffee trinken. Später kommen dann auch noch Judith und Liliane, die zwei Mädels, die ich im Flugzeug kennengerlernt habe, dazu. Sie haben mir auch in der Nacht geschrieben, dass sie heute in Dunedin ankommen und gefragt, ob wir uns treffen wollen. Alex muss zurück zur Uni und deshalb laufe ich etwas mit den anderen beiden durch die Gegend. Wir sollen um fünf Uhr zurück sein, da ist nämlich ein kleines Grillfest zwei Häuser weiter für die eine Straßenseite der Uni-Wohnungen. Wir kommen allerdings etwas zu spät, da die Mädels Moritz wieder treffen, mit dem sie auch schon eine Woche gereist sind, und trauen uns kaum in den Garten, da wir Alex nicht gesehen haben. Wir habens dann allerdings doch geschafft. Auf der Party treffe ich dann auch noch Cleo – wie klein Neuseeland doch mal wieder ist. Alex hat schon beim Kaffee zu mir gemeint, dass er auch eine Cleo kennt, als ich ihm die Geschichte erzählt habe. Die Grillparty ist dann auch schnell wieder vorbei. Cleo bietet den Mädels an, dass auch eine bei ihnen schlafen kann, wenn sie sich aufteilen und dass sie bei ihnen duschen können und danach machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur eigenen WG. Wir standen jetzt nämlich alle im Vorgarten einer anderen WG, von der keiner mehr da war. Alex bietet den Judith und Liliane an, dass sie auch in seinem Zimmer schlafen können, und er in der Nacht bei einer Freundin übernachtet. Wir liegen also heute Nacht zu dritt in seinem Zimmer und haben es geschafft ihn zu vertreiben :D.

Am Tag darauf gehen die Mädels in den Botanischen Garten. Ich räume etwas die Küche auf und schlender dann ein wenig durch die Stadt. Als ich zurück komme sitzt Moritz am Küchentisch. So langsam wirds hier voll! Moritz bleibt noch ein wenig länger in Dunedin, schläft allerdings vorm Haus in seinem Auto und die anderen beiden hauen nach dem Mittagsessen hab. Am Nachmittag kommt Alex zurück und wir gehen zusammen zum Grillfest auf der anderen Straßenseite, das dieses Mal etwas besser ist, allerdings eigentlich gar nicht für uns bestimmt ist. Am Abend gehts dann mit Maddie – Alex’ amerikanischen Mitbewohnerin – und Moritz in eine Bar zur Quiznacht. Ich kann allerdings im ganzen Quiz gerade mal vier Fragen beantworten, da es mehr für Neuseeländer ist.

Mittwoch waren wir dann am Long Beach. “Long” wahr warscheinlich auf die Entfernung bezogen, denn von Dunedin brauchen wir mit dem Auto über eine Stunde. Der Strand war ein schöner Sandstrand mit ein paar kleinen Höhlen in den Klippen. Hier kann man bestimmt auch schön übers Wochenende bleiben. Wir versuchen etwas die Felsen hochzuklettern, allerdings wollen wir dann ohne Seil doch nicht ganz nach oben. Schade, dass wir keine Ausrüstung hatten! Kurz vor der Rückfahrt springen wir dann alle nochmal ins Wasser, obwohl es eiskalt war. Gruppenzwang halt :D. Noch ein paar Gruppenfotos und es geht zurück nach Dunedin.

Die nächsten Tage ist dann nicht mehr sooo viel passiert. Am Donnerstag waren wir feiern. Allerdings nicht in der Stadt, sondern von WG zu WG. Da wir schon um Sieben angefangen haben bin ich auch schon wieder um halb Elf daheim gewesen. Freitag war dann Erholung angesagt. Maddie und ich wollten noch in die Cadbury Schokoladenfabrik, aber wir hatten die letzte Tour schon verpasst und die nächste Tour in der Speights Brauerei war zu spät, da Maddie zum Rugby-Spiel ging. Ich hab vom Spiel leider zu spät mitbekommen und war stattdessen abends ne Runde joggen. Samstag wurde dann mal wieder Wäsche gewaschen. Es hatte sich schon einiges angehäuft und ich hatte eine Waschmaschine zur Verfügung. Danach ging es mit Maddie zum Tunnel Beach. Das liegt auch wieder außerhalb von Dunedin und zu Fuß haben wir dreieinhalb Stunden gebraucht. Dort dann angekommen geht es erstmal steil den Berg runter zu den Klippen und dort führt dann ein angelegter Tunnel durch den Fels runter zum Strand. Daher kommt auch der Name. Wir machen ein paar Fotos, gehen aber diesmal nicht ins Wasser – mein Handtuch war noch nicht trocken und wir hatten auch nicht so viel Zeit. Auf dem Rückweg wollten wir dann den Bus nehmen, wir hatten ihn aber grade um zehn Minuten verpasst und der nächste fuhr in einer Stunde, also beschlossen wir uns schonmal ein Stück zu laufen. Allerdings haben wir nicht die selbe Route wie der Bus genommen und somit sind wir an keiner passenden Bushaltestelle mehr vorbeigekommen und bis nach Hause gelaufen. Unterwegs zogen dann Wolken auf und es wurde richtig kalt und windig. Ich war natürlich nur im T-Shirt unterwegs. Sonntag hat es dann den ganzen Tag geregnet, also war ich nur mal morgens joggen und ansonsten in der Wohnung. Sonntag war St. Patrick’s Day und daher mal wieder Party in einer WG zwei Häuser weiter angesagt. Alex kam etwas später, da er das ganze Wochenende mit dem Wanderverein der Uni unterwegs war und ist dann auch recht früh gegangen. Ich bin diesmal etwas länger geblieben und es war auch ein ganz lustiger Abend. Am Montag hab ich mir dann Mittags die Schokoladenfabrik angeschaut. Leider war während meiner Tour gerade Schichtwechsel und deshalb liefen die Maschinen nicht. Während der Tour gab es ein paar Kostproben. Das war es dann aber auch. Fotos durfte man leider keine machen. Am Abend ging es dann rüber in die Speights Brauerei. Davor war ich nochmal zu Hause den Schokoladengeschmack ausspülen. Die Tour war sehr interessant und der Führer wirklich sehr genial. Es hat richtig Spaß gemacht ihm zuzuhören. Natürlich waren die 30 Minuten Biertesten am Ende der Tour auch nicht schlecht 😉 Ich hab mich danach noch etwas mit einer Deutschen unterhalten und mich auf den Heimweg gemacht. Am letzten Tag in Dunedin bin ich nochmal durch die komplette Stadt gelaufen, da mir aufgefallen ist, dass ich kaum ein Foto hatte, da ich meine Kamera nie dabei hatte. Dann zu Hause alles zusammengepackt und mich um halb Vier verabschiedet. Um fünf Uhr Abends stand ich dann wieder am Straßenstrich um Dunedin nach über einer Woche den Rücken zuzuwenden.

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