Auf dem Campingplatz unterhalt ich mich dann mit dem Typ von nebenan, der sein Zelt allerdings schon wieder abbaut um weiterzuziehen. Schade, denn er war eigentlich ganz nett. Ich bau nebenher mein Zelt auf, geb mir Mühe damit, da es sehr windig ist und nutze auch zum ersten Mal die Abspannleinen. Als ich damit zufrieden bin, erkunde ich kurz den Campingplatz und laufe dann zum nahegelegenen Supermarkt. Mal wieder ein größerer, da Invercargill mit ca. 40 000 Einwohner eine mittelgroße Stadt ist. Ich kauf mal wieder etwas mehr ein und gönn mir auch ein paar Kekse, Billig-Nutella, komische Müsliriegel und ein große Flasche Saft. Danach zum Campingplatz zurück, eine größere Runde joggen, und danach nochmal in die Stadt um Ohrstöpsel zu finden, da es immer noch stark windet. Allerdings ohne Erfolg. In den Supermärkten haben sie keine und die Apotheken haben schon zu. Eine Verkäuferin wollte mir ein paar geben, die sie im Lager verwenden, allerdings waren die auch alle weg. In der Nacht schlaf ich dementsprechend nicht wirklich gut. Das Rauschen der Bäume ist zu laut. Mein Zelt ist nicht so das Problem.
Am nächsten Morgen kommt dann auch noch Regen dazu. Mein Zelt würde ich am liebsten gar nicht verlassen. Dennoch überwind ich mich, zieh meine Regenjacke und mach ich auf eine Tour durch die Stadt. Einmal über die Hauptstraße, dann im Elektroladen nochmal versucht an einen Handyakku zu kommen – ohne Erfolg – und dann noch Ohrstöpsel besorgt. Danach kehr ich zum Campingplatz zurück und mach es mir in der Lounge mit meinem Computer gemütlich. Am Mittag zieht es auf und ich mach mich nochmal auf eine Tour durch die Stadt, die eine Mischung aus schönen historischen Häusern und hässlichem Industrie und Betonbau bietet. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Alleine ist es hier auf jeden Fall extrem langweilig. Ich denk nochmal drüber nach, nach Stewart Island zu gehen, da es dort schön sein soll, aber die Fähre darüber kostet 140 Dollar und bis zur Fähre müsste ich dann nochmal nen Bus für über 20 Dollar nehmen. Dass ist mir dann doch zu teuer. Also entschließ ich mich am nächsten Tag aufzubrechen. Das Wetter ist anfangs noch schön, ändert sich aber recht schlecht wieder in ein dickes grau. Ich erkundige mich auf der Karte nochmal, welche Straße zu den Catlins führt uns laufe dann dorthin. Auf dem Weg mache ich halt bei einem Supermarkt und kauf mir nochmal einen Saft. Als ich weiter will, merke ich, dass der Kugelkopf von meinem Stativ fehlt. Na super! Also den ganzen Weg zum Campingplatz ohne Rucksack zurück, allerdings nichts gefunden. Auch auf dem Campingplatz nicht. Auf dem Rückweg zum Supermarkt finde ich ihn dann doch noch am Straßenrand liegen. Wie er da nur hinkommt! Egal … ich bin froh meinen Kugelkopf wieder zu haben und verstau ihn diesmal im Rucksack und zieh dann weiter zum Ortsausgang. Der such ich mir eine schöne Stelle. Die Straßen in Invercargill sind ehr breit, also kann man hier super anhalten. Viele Autos kommen aber nicht vorbei und wenn, dann halten sie nicht an.
In der Zwischenzeit kommt ein Arbeiter von der Baustelle gegeüber rüber und meint, dass er mich nicht enttäuschen wolle, aber dass nicht viele Leute in die Richtung fahren, weil da nur noch ein paar kleine Dörfer kommen und ich es doch vielleicht lieber an der Hauptstraße versuchen solle. Ich entschließe mich trotzdem noch zu warten. Ich hab ja Zeit. Im Notfall gehts zum Campingplatz zurück. Nach einiger Zeit hält ein junger Kerl an und fragt wohin ich will. Ich nenn ihm den Namen der nächsten Ortschaft. Kennt er nicht. Wohin er denn hinfährt, möchte ich wissen. “Einfach die Straße runter”. Na dann müsste er doch da vorbeifahren! ich frag nochmal, wohin er GENAU fährt. “Die Straße runter und die nächste links”. Super! Das sind 500 Meter! Und warum hält er dann an?! Ich lehne dankend ab und warte weiter. Nach mehr als einer Stunde hält dann ein weiteres Auto an. Eine Chinesin, etwas verplant, auf dem Beifahrersitz eine Karte der Catlins liegen. Da will ich ja auch hin. Ich frag sie, wo sie hin möchte. Sie ist sich noch nicht ganz sicher, aber erstmal die Straße runter, also steig ich ein.













