01- Bericht Wanaka

Der zweite Tag in der Jugendherberge von Franz Josef verlief ziemlich unspektakulär. Ich hab mich mal wieder um meine Homepage gekümmert und alles aktualisiert, etwas Essen gemacht und bin dann auch bald ins Bett. Am nächsten Tag musste ich ja immerhin früh raus. Um 7 Uhr klingelt der Wecker, da um 8 Uhr der Bus nach Fox zu meiner Gletschertour abfährt. Ich frühstücke gut, mach mir Vesper für den Tag und packe schnell alles zusammen. “Perfektes Timing”, denke ich, als ich um 7:50 meinen Raum verlasse, da ich um 7:55 bereit stehen sollte. Vor mir auch noch zwei die gerade eilig Richtung Ausgang schreiten. An der Rezeption bekommen wir erzählt, dass der Bus schon weg ist, da auf deren Uhr schon Acht war und wir uns beeilen sollten, um ihn noch in der Ortsmitte zu erwischen. Toll! Mit 20 kg auf dem Rücken jetzt auch noch durch die Gegend rennen. Der Busfahrer hat allerdings dort gewartet und somit ging es dann auch weiter für mich nach Fox.

Dort fängt um 9:10 Uhr meine ganztägige Gletschertour an. Es werden Steigeisen und Wanderschuhe verteilt und bald darauf geht es mit dem Bus los zum Parkplatz. Von dort wandern wir dann erstmal etwas durch den Regenwald, Joe unser Guide erzählt uns währenddessen ein bisschen über den Gletscher und die Natur. Wir sind zwei Gruppen à 12 Personen. Von ganz oben hat man dann eine schönes Aussicht auf den Gletscher. Ich dachte zuerst wir müssten hier entlang um auf den Gletscher zu kommen, lag damit aber falsch, da wir bald wieder bergab gingen und es nur der schönen Aussicht wegen waren. Also runter zum Gletscher, Steigeisen an und rauf aufs Eis. Der Anfang war noch relativ langweilig, da wir nur im unteren und somit im flachen Teil des Eises waren. Später ging es dann aber weiter nach oben, wo das Eis kleine Täler bildet, durch die wir laufen. Das war der interessantere, aber leider auch der kürzere Teil. Oft mussten wir leider warten, bis Joe für uns Stufen ins Eis geschlagen hat, weil es dort etwas steiler war (man wäre natürlich auch so runter gekommen). Nach ein paar Stunden auf dem Eis ging es dann wieder runter zum Bus und zurück nach Fox. Hätten wir uns die Wanderung und den unteren Teil gespart hätte man vielleicht mehr vom interessanteren Teil gesehen, aber das wollen sie wahrscheinlich gar nciht, da die teureren Helikoptertouren da hoch fliegen. Insgesamt war es mal eine nette Erfahrung, aber einmal reicht dann wohl auch.

Danach geht es in mein Backpacker Hostel. Dort lerne ich drei Jungs aus Deutschland, Schweiz und den Niederlanden kennen. Wir verbringen den Abend etwas, am nächsten morgen ziehen sie aber Richtung Norden weiter, also trennen sich unsere Wege wieder. Ich wollte noch umbedingt zum Lake Matheson, da man von dort wunderbar Mt. Cook und Mt. Tasman sehen kann. Ich erhoffte mir also schöne Bilder. Ich wollte schon am Vorabend zum Sonnenuntergang hin, allerdings war da alles zugezogen. Nachdem ich dann zwei Kilometer in Richtung See gelaufen bin überleg ich mir, meinen Rucksack einfach im Gebüsch zu verstecken. Ich komm ja sowieso bald zurück und außer Autos kommt hier kaum jemand durch. Dabei fällt mir dann auf, dass meine Filter für die Kamera fehlen, also den ganzen Weg nochmal zurück ins Hostel. Dort hab ich sie dann zum Glück auch im Zimemr gefunden und ich war sehr erleichtert, dass ich nicht nochmal zurück nach Franz Josef in die Jugendherberge musste. Diesmal hab ich die Frau an der Rezeption allerdings gefragt, ob ich meinen Rucksack vielleicht noch so lange hier lassen könnte. “Solang ich keine Einrichtungen benutze und bald zurück bin”, kam etwas miesgelaunt die Antwort. Na gut! Also ohne Gepäck nur mit Kamera auf der Schulter zum See. War das Wetter davor noch gut, sah ich jetzt schon die erste kleine Wolke aufziehen. “Wird schon nicht so groß sein und sich wieder verziehen”, dachte ich. War wohl nix! Als ich dann am See war war genau vor meinen zwei Bergen eine dicke Wolke. Sowas doofes aber auch. Ich nehm trotzdem zwei Fotos und mach mich auf den Rückweg. Schließlich wollte ich ja noch weiter kommen. Auf dem Weg unterhalte ich mich noch mit einer Deutschen, da ich aber kein Bock auf zurücklaufen in der Hitze hatte überlege ich mir zu trampen. “Versuchs doch mal mit dem Auto”, ruft sie mir noch zu. Ich dreh mich schnell um und streck den Daumen raus und tatsächlich hält das erste Auto an. Darin sitz ein älteres Paar, sie erklärt mir gleich, dass sie früher, als sie jünger war auch viel getrampt ist und deshalb auch gerne andere mitnimmt. Somit bin ich innerhalb von zehn Minuten wieder in Fox. Ich wollte weiter trampen, da mir die Dame heute morgen im DOC erklärt hat, dass man an der Westküste gar nicht mehr Wildcampen darf und die Campingplätze zum Laufen zu weit auseinander liegen. Als ich in Fox bin seh ich aber sofort ein anderes Pärchen, dass dort schon seit 1,5 Stunden sein Glück versucht. Sowas doofes. Ich geh also zum Backpackers um meinen Rucksack zu holen und triff schon wieder Deutsche. Ich unterhalte mich etwas mit den drei Mädels, die gerade am Einchecken waren und geh danach zur Straße. Das andere Pärchen ist inzwischen weg. “Nochmal Glück gehabt”, dachte ich mir. Ich stell mich also an die Stelle, an der die anderen davor standen und steh dort keine zehn Minuten, da hält Daniel, der gerade von der Tankstelle gegenüber kommt an und nimmt mich mit. Sein Ziel Wanaka. Ich überlege nicht lange und entschließe mich dazu, den Rest der Pampa hinter mir zu lassen und dirket bis nach Wanaka mit ihm zu kommen. Es kommt nämlich nur ein ein kleineres Örtchen namens Haast und das war es dann mit der Westküste.

In Haast nehmen wir dann noch ein Mädchen aus Kanada mit, das Daniel schonmal dabei hatte. Man sieht sich hier immer zweimal! Ebenso sitzt das Pärchen, das ich vorhin gesehen hatte hier auch am Straßenrand. Wir haben aber nur noch einen Platz frei und haben deshalb die Kanadierin mitgenommen. Alle drei wurden davor hinten im Postwagen mitgenommen, der jetzt allerdings gerade Tour in Haast fährt und sie in einer Stunden wieder mitgenommen hätte. Ab Haast verändert sich die Landschaft. Vor uns ziehen große Berge auf, die Straße macht eine Kurve Richtung Landesinnere, weiter Weg von der Westküste hindruch durch ein kleines Tal. Die Landschaft ist hier wunderschon und nach einiger Zeit taucht dann Lake Wanaka vor uns auf. Der viertgrößte See Neuseelands. Die Aussicht ist wunderschön. Wir halten ein paar mal für ein schnelles Foto (damit hätte man hier glaube ich Stunden verbringen können). Bis wir in Wanaka ankommen vergeht aber noch über eine Stunde. Dort verabschieden wir uns von der Kanadierin, die zu ihrem Hostel ging. Da wir beide noch keine Übernachtungsmöglichkeit hatten, wollten wir erstmal zusammen zur Information, die allerdings schon zu hatte. Also entschlossen wir uns auf dem Campingplatz in Wanaka zu übernachten. Hier gibt es endlich mal wieder einen Supermarkt (sonst immer nur kleine Lädelchen), schließlich ist der Ort hier mal wieder etwas größer als die meisten an der Westküste (mit gerade einmal 3000 Einwohnern!). Wir entscheiden uns noch ein bisschen zusammemzubleiben, kochen zusammen Abendessen und trinken ein Bierchen.

Am nächsten Tag drehen wir eine Runde durch den Ort und gehen zur Information. Wir überlegen uns ein Fahrrad zu mieten und Daniel kauft sich eine kleine Wanderkarte. Danach aber erstmal zurück auf den Campingplatz und faulenzen. Am Mittag raffen wir uns auf eine Wandertour zu machen. Wir suchen uns die nächste Route, da Daniels Wanderschuhe nicht so gut sind und wir deshalb in Turnschuhen laufen. Bis dorthin geht es sieben Kilometer am Strand entlang, dann den Roys Peak Track hoch. Die Berge sind hier extrem steil und so sind wir schon nach ein paar Minuten total verschwitzt, da es immernoch richtig heiß ist und wir sehr schnell laufen, da uns die Zeit davon rennt. Bis ganz nach oben schaffen wir es aber leider nicht, da wir sonst im Dunkel hätten zurücklaufen müssen. Die Aussicht war aber trotzdem wunderschön. Nach dem Abendessen wollten wir noch ein bisschen das Nachtleben erkunden. Aber Pustekuchen! Obwohl es hier ein paar Bars gibt, geht hier nicht viel, wie wir danach auch in Daniels Reiseführer lesen. Die Menschen aus Wanaka versuchen das klein zu halten.

Am nächsten Tag leihen wir uns mittags ein Fahrrad aus. Wir wollten etwas später los, in der Hoffnung, dass es dann nicht mehr ganz so heiß ist, also gehen wir kurz vor zwei zum Fahrradladen. Dummerweise sind keine Fahrräder mehr in unserer Größe da, also zum nächsten Laden, der noch welche hat, aber leider statt um sechs um fünf zu macht. Also nur drei statt vier Stunden Zeit zum Fahren. Wir entscheiden uns den Weg am See, den wir gestern zu Fuß erkundet haben mit dem Fahrrad abzufahren. Eine gute Wahl. Der Track ist wunderschön. Es geht immer wieder auf und ab, direkt am See entlang mit vielen Serpentinen. Oft richtig steil, dass wir absteigen müssen oder den Berg nur mit stark gezogener Bremse runterfahren. Wir sind nämlich oft so nah am See, dass es teils zwanzig Meter steil die Böschung hinab geht, wenn man eine Kurve verpasst. Außerdem ist viel Kies und Sand auf dem Weg, was die Sache etwas rutschig ist. Nach gerade mal zwei Stunden sind wir dann zurück. Schneller als wir dachten. Eigentlich wollten wir noch baden gehen, aber da Daniel vorausgefahren ist und irgendwo gewartet hat, wo ich ihn nicht gesehen habe, haben wir uns einfach verpasst. In Wanaka finden wir uns dann wieder, geben die Fahrräder ab und Essen noch eine kleine Pizza als Snack. Nicht zu viel, da es noch Abendessen gibt. Daniel hat nämlich am Vorabend die zwei Däninnen, die gegenüber mit ihrem Camper standen zum Essen eingeladen. Wir sind allerdings etwas spät dran, da wir etwas lang zum Kochen gebraucht haben und sie noch ins Kino wollten, deshalb müssen sie auch kurz nach dem Essen wieder gehen. Trotzdem gut für mich, da sie am nächsten Tag nach Queenstown fahren und mich mitnehmen wollen. Ich nutze die Gelegenheit also und entscheide mich dagegen einen Tag länger zu bleiben um nochmal die Aussicht von Roys Peak zu genießen.

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